Opernhäuser beraten Umbauten

April 13, 2026
1 min read
Die Opernkonferenz 2026 (Foto: DOK)

Die führenden Opernhäuser im deutschsprachigen Raum trafen sich in München, um enger bei teuren Sanierungen und Interimsspielstätten zusammenzuarbeiten und ihre künstlerische Kontinuität zu sichern.

English summary: Top German-speaking opera houses met in Munich to back closer cooperation on costly renovations and temporary venues, stressing shared solutions to protect artistic continuity and public relevance.

Die Deutschsprachige Opernkonferenz hat bei ihrer Frühjahrstagung in München den Schulterschluss der großen Opernhäuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz betont. Im Mittelpunkt der dreitägigen Beratungen standen Sanierungen, Interimsspielstätten und die steigenden Belastungen für die Häuser und ihre Träger.

An der Tagung bei der Bayerischen Staatsoper nahmen Intendantinnen, Operndirektoren und Geschäftsführer führender Opernhäuser sowie Vertreter des Royal Opera House Covent Garden teil. Unter dem Vorsitz von Susanne Moser, Ko-Intendantin der Komischen Oper Berlin, verständigten sich die Teilnehmer darauf, ihre Zusammenarbeit bei Bau- und Ausweichprojekten zu vertiefen und Erfahrungen stärker zu teilen.

Gerade bei großen Sanierungen geraten Opernhäuser zunehmend unter Druck. Wenn Säle, Bühnenhäuser oder Technik erneuert werden, müssen die Ensembles oft in provisorische Spielstätten ausweichen. Das verursacht zusätzliche Kosten für Umbau, Technik, Probenbetrieb und Logistik und kann den künstlerischen Spielplan über Jahre prägen. Als Beispiele gelten in vielen Städten große Generalsanierungen, bei denen Interimslösungen mit deutlich erhöhtem organisatorischem Aufwand verbunden sind.

DOK-Vorsitzende Moser sprach von einer Zeit, in der viele Häuser gleichzeitig vor umfangreichen Erneuerungen stünden. Die gemeinsame Suche nach praktikablen Lösungen sei deshalb wichtiger denn je. Bayerns Staatsopern-Intendant Serge Dorny bezeichnete die Abstimmung zwischen den Häusern als kulturpolitische Aufgabe, um künstlerische Kontinuität und die Verankerung der Oper im städtischen Leben zu sichern.

Die DOK vereint 13 Opernhäuser im deutschsprachigen Raum sowie die Staatsoper Zürich und die Wiener Staatsoper; als assoziierte Mitglieder gehören auch das Royal Opera House in London, die Scala in Mailand und die Opéra de Paris dazu. Die Konferenz tagt zweimal im Jahr und versteht sich als Forum für gemeinsame Strategien in einer Branche, die unter steigenden Kosten und hohen Sanierungsbedarfen steht.

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Keine neue Oper für Düsseldorf

Der geplante Neubau der Düsseldorfer Oper ist abgesagt. Das teilte Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz mit.

BackstageClassical in der ZIB2

BackstageClassical hat in den letzten Wochen intensiv und kontrovers über die Festwochen von Milo Rau berichtet. Nun war Herausgeber Axel Brüggemann zu diesem Thema auch in der Hauptnachrichtensendung Österreichs zu Gast.
Bogdan Roščić Porträt

Lieber Bogdan Roščić,

Bogdan Roščić will sich über Milo Rau lustig machen und mach sich durch seine verquaste Spracharroganz dabei selber lächerlich. Ein Brief an den Wiener Staatsoperndirektor.

Leo Hussain wird neuer Chef in München

Das Münchner Rundfunkorchester hat Leo Hussain zu seinem neuen Chefdirigenten berufen. Der 47-jährige Brite folgt auf einen Posten, der für ihn die erste Leitungsfunktion in einer Großstadt ist.

#moderndenken, #rechtsdenken #dummdenken

Die AfD macht Kultur zum ideologischen Kern: als national definierte „Leitkultur“, die Identität, Politik und Zugehörigkeit bestimmt. Sie fordert mehr »deutsches« Erbe, Kürzungen für Theater und den Kampf gegen »Systemkultur«. Nirgends wird

Lieber Jackie Chan,

Der chinesische Schauspieler Jackie Chan hat die Oper »Turandot« inszeniert. In Italien steht dafür ein westliches Ensemble auf der Bühne. In China wurde die Auführung dagegen von Valery Gergiev dirigiert. 

Wie geht es weiter in Salzburg? 

Am Freitag endet die Bewerbungsfrist für die Intendanz der Salzburger Festspiele. Wie geht es dann weiter? Wichtig sind weniger die Namen als das Konzept, das Kuratorium und Findungskommission verfolgen.

Verpassen Sie nicht ...