Die führenden Opernhäuser im deutschsprachigen Raum trafen sich in München, um enger bei teuren Sanierungen und Interimsspielstätten zusammenzuarbeiten und ihre künstlerische Kontinuität zu sichern.
English summary: Top German-speaking opera houses met in Munich to back closer cooperation on costly renovations and temporary venues, stressing shared solutions to protect artistic continuity and public relevance.
Die Deutschsprachige Opernkonferenz hat bei ihrer Frühjahrstagung in München den Schulterschluss der großen Opernhäuser in Deutschland, Österreich und der Schweiz betont. Im Mittelpunkt der dreitägigen Beratungen standen Sanierungen, Interimsspielstätten und die steigenden Belastungen für die Häuser und ihre Träger.
An der Tagung bei der Bayerischen Staatsoper nahmen Intendantinnen, Operndirektoren und Geschäftsführer führender Opernhäuser sowie Vertreter des Royal Opera House Covent Garden teil. Unter dem Vorsitz von Susanne Moser, Ko-Intendantin der Komischen Oper Berlin, verständigten sich die Teilnehmer darauf, ihre Zusammenarbeit bei Bau- und Ausweichprojekten zu vertiefen und Erfahrungen stärker zu teilen.
Gerade bei großen Sanierungen geraten Opernhäuser zunehmend unter Druck. Wenn Säle, Bühnenhäuser oder Technik erneuert werden, müssen die Ensembles oft in provisorische Spielstätten ausweichen. Das verursacht zusätzliche Kosten für Umbau, Technik, Probenbetrieb und Logistik und kann den künstlerischen Spielplan über Jahre prägen. Als Beispiele gelten in vielen Städten große Generalsanierungen, bei denen Interimslösungen mit deutlich erhöhtem organisatorischem Aufwand verbunden sind.
DOK-Vorsitzende Moser sprach von einer Zeit, in der viele Häuser gleichzeitig vor umfangreichen Erneuerungen stünden. Die gemeinsame Suche nach praktikablen Lösungen sei deshalb wichtiger denn je. Bayerns Staatsopern-Intendant Serge Dorny bezeichnete die Abstimmung zwischen den Häusern als kulturpolitische Aufgabe, um künstlerische Kontinuität und die Verankerung der Oper im städtischen Leben zu sichern.
Die DOK vereint 13 Opernhäuser im deutschsprachigen Raum sowie die Staatsoper Zürich und die Wiener Staatsoper; als assoziierte Mitglieder gehören auch das Royal Opera House in London, die Scala in Mailand und die Opéra de Paris dazu. Die Konferenz tagt zweimal im Jahr und versteht sich als Forum für gemeinsame Strategien in einer Branche, die unter steigenden Kosten und hohen Sanierungsbedarfen steht.

