Das Münchner Rundfunkorchester hat Leo Hussain zu seinem neuen Chefdirigenten berufen. Der 47-jährige Brite folgt auf einen Posten, der für ihn die erste Leitungsfunktion in einer Großstadt ist.
Hussain, Absolvent der Universität Cambridge, war Assistent von Simon Rattle bei den Berliner Philharmonikern und leitete fünf Jahre lang als Generalmusikdirektor das Salzburger Landestheater.
Dem Bayerischen Rundfunk sagte Hussain, er habe bewusst darauf verzichtet, sich zu stark zu spezialisieren: „Ich liebe viele Arten von Musik. Ich kann mir nicht vorstellen, nur Barock zu dirigieren oder mich ausschließlich auf einen Stil zu konzentrieren.“ Das Münchner Rundfunkorchester setze auch auf ungewöhnliche Programme, etwa Konzerte mit Gaming-Musik. „Es ist mir wichtig, dass sich alle willkommen fühlen“, so Hussain. Junge Menschen und Erwachsene sollten die „Sprache eines Orchesters“ kennenlernen.
Zugleich verwies er auf langfristige Publikumsbindung: Nicht jeder 13-Jährige werde nach einem Gaming-Konzert sofort Abonnent. „Aber ich hoffe, dass jemand mit 24, der bei einem ersten Date den Vorschlag hört: ‚Lass uns ins Konzert gehen‘, das nicht als völlig fremd empfindet.“ Dies sei ein zentraler Teil des Auftrags des Orchesters.

