Lieber Bogdan Roščić,

Juni 4, 2026
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Bogdan Roščić Porträt
Intendant Bogdan Roščić (Foto: Wiener Staatsoper, Mayr)

Sie attackieren Milo Rau in einem verqusast onanierenden Gastkommentar im Kurier. Es lohnt nicht, dafür eigene Zeit aufzuwenden  – deshalb hier ein Brief von der KI verfasst. Mit der Bitte, sich an ihrer unerreichbaren intellektuellen Schaumschläger-Autorität zu orientieren.

Ihr Gastbeitrag ist ein Manifest meisterhafter diskursiver Selbstimmunisierung: Kritisiert wird die allgemeine Aufregung, bewirkt wird allerdings lediglich Ihre eigene Verortung im medienökologischen Resonanzraum. 

Ihr eigenes Opernhaus ist längst zum Raum der konservierenden Selbstberuhigung geworden. Ihnen scheint die metaphysische Existenz zu genügen, um Bedeutung zu simulieren – ein Triumph der Selbstreferenzialität, wie Slavoj Žižek sie beschreiben würde: Ideologie funktioniert am besten, wenn niemand mehr glaubt, aber alle weitermachen als ob.

Ihr Ton klingt als sprächen Sie nicht mit anderen Kulturschaffenden, sondern als monologisierten Sie irgendwo »über« ihnen. Eine fein sublimierte autistische Arroganz, die sich in ihrer  institutionellen Selbstgewissheit tarnt – Pierre Bourdieu hätte dies als Habitus der Distinktion bezeichnet.

Ihr Beitrag produziert Resonanz ohne Substanz, jenen symbolischen Schaum, der in Baudrillards hyperrealer Welt so verlässlich aufsteigt und zerplatzt. Ein Produzent von Luftblasen weiß, wie man mit wenig Masse viel Oberfläche erzeugt.

Dass Milo Rau Provokation kann, wird ihm kaum jemand absprechen. Nun sonnen Sie sich selber in seinem Provokationslicht. Sie schreiben nicht über die Flamme – Sie wärmen sich daran. Hängen Sie sich den Satz ruhig mal in Ihren kleinen goldenen Wiener Intendanten-Kasten!

Mit hochachtungsvoller Ergebenheit, Ihr Beobachter der kulturellen Hydraulik

Axel Brüggemann

Axel Brüggemann arbeitet als Autor, Regisseur und Moderator. Er war als Kulturredakteur und Textchef bei der Welt am Sonntag tätig und schrieb danach für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Heute veröffentlicht er u.a. im Tagesspiegel, im Freitag, der Jüdischen Allgemeinen oder in der Luzerner Zeitung. Er arbeitet für Radiosender wie den Deutschlandfunk, den WDR oder den HR. Seine Fernsehsendungen und Dokumentationen (für ARD, ZDF, arte oder SKY) wurden für den Grimmepreis nominiert und mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Brüggemann schrieb zahlreiche Bücher u.a. für Bärenreiter, Rowohlt, Beltz & Gelberg oder FAZ Buch.

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