John Eliot Gardiner soll offenbar auch 2027 beim Leipziger Bachfest auftreten. Verdi fordert nach dem Übergriff auf eine Mitarbeiterin seine Ausladung. Andere Festivals, wie das Beethovenfest Bonn, ziehen bereits Konsequenzen.
Nach einem Vorfall beim letzten Leipziger Bachfest fordert die Gewerkschaft Verdi nun Konsequenzen für den britischen Dirigenten Sir John Eliot Gardiner. Anlass war ein Übergriff auf eine Mitarbeiterin des Festivals im Juni 2026. Nach Angaben der Gewerkschaft steht derzeit offenbar im Raum, dass Gardiner auch beim Bachfest 2027 auftreten soll.
Der Vorfall ereignete sich am 16. Juni vor rund 1.500 Gästen. Eine Mitarbeiterin wollte Gardiner und den Musikerinnen und Musikern nach einem Konzert als Dank eine Papierrolle überreichen. Gardiner habe daraufhin versucht, ihr die Rolle in den Ausschnitt ihres T-Shirts zu stecken. Die Leitung des Bach-Archivs hatte den Vorfall anschließend als Fehlverhalten bezeichnet und verurteilt.
»Was wir gesehen haben, war ein Übergriff eines Dirigenten in einer Machtposition auf eine junge Frau, die als Angestellte des Bachfestes ihre Arbeit machte«, erklärte Lucas Munzke von Verdi. Eine erneute Einladung Gardiners sende ein »fatales Signal in die Klassikbranche«. Die Gewerkschaft fordert die Veranstalter auf, Gardiner auszuladen. Auch mögliche Regressforderungen dürften dabei keine Rolle spielen.
Der Umgang mit Gardiner wird in der Klassikszene seit längerem kontrovers diskutiert. Der Intendant des Beethovenfestes Bonn, Steven Walter, hatte erklärt, Gardiner nach einem Auftritt beim Festival 2025 künftig nicht mehr einzuladen. Gardiner hatte 2023 nach einem Konzert in Frankreich den Sänger William Thomas geschlagen und sich anschließend entschuldigt. Nach einer vorübergehenden Auszeit kehrte er auf die internationalen Konzertpodien zurück.
Dieser Text ist in der Recherche auch mit Hilfe von KI entstanden. Aber jeder Text wird bei BackstageClassical vor der Veröffentlichung redaktionell überarbeitet.

