Friedman, Rienzi, Ring und Co. – eine Bayreuth-Bilanz

August 2, 2026
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Die KI-Götterdämmerung in Bayreuth: (Foto: Bayreuther Festspiele, Enrico Nawrath)

Die 150. Bayreuther Festspiele sind mit einer spannungsreichen ersten Woche gestartet, die gleichermaßen durch technologische Experimente und die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte geprägt war. Peter Huth, ehemaliger Chefredakteur der Welt am Sonntag und Kommunikationschef von Axel Springer besprechen die erste Festspielwoche im Podcast von BackstageClassical. Auch Nathalie Stutzmann, Michel Friedman oder Katharina Wagner kommen zu Wort.

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Im Zentrum der Debatten stand die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit des Hauses. Nach anfänglichen Unstimmigkeiten um seine Einladung hielt der Publizist Michel Friedman eine vieldiskutierte Rede. Gemeinsam mit Festspielleiterin Katharina Wagner plädierte er für eine neue Kultur der Transparenz und des Gedenkens an jüdische Musiker, um die »braune Erde« unter dem Grünen Hügel nicht länger zu verschleiern.

Künstlerisch setzte das Festival mit der Premiere von Rienzi ein historisches Zeichen, da das Werk erstmals im Festspielhaus aufgeführt wurde. Die Inszenierung von Alexandra Semeredi und Magdolna Paditka thematisierte Machtmissbrauch und Massenverführung. Mit modernen Elementen wie Social-Media-Votings wurde die Entstehung von Diktaturen parodiert.

Kontrovers wurde der sogenannte »KI-Ring« aufgenommen. Die Bühnenbilder wurden hierbei rein durch Künstliche Intelligenz generiert, was zu einem experimentellen „Werkstattcharakter“ mit teils surrealen, teils kitschigen Visualisierungen führte. Musikalisch wurde die Götterdämmerung unter Christian Thielemann und mit Sängern wie Klaus Florian Vogt und Michael Volle als handwerkliche Perfektion gewürdigt, wenngleich Kritiker die interpretatorische Frische hinterfragten.

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Axel Brüggemann

Axel Brüggemann arbeitet als Autor, Regisseur und Moderator. Er war als Kulturredakteur und Textchef bei der Welt am Sonntag tätig und schrieb danach für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Heute veröffentlicht er u.a. im Tagesspiegel, im Freitag, der Jüdischen Allgemeinen oder in der Luzerner Zeitung. Er arbeitet für Radiosender wie den Deutschlandfunk, den WDR oder den HR. Seine Fernsehsendungen und Dokumentationen (für ARD, ZDF, arte oder SKY) wurden für den Grimmepreis nominiert und mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Brüggemann schrieb zahlreiche Bücher u.a. für Bärenreiter, Rowohlt, Beltz & Gelberg oder FAZ Buch.

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