The End of Noise

Juli 2, 2026
1 min read

Der langjährige Musikkritiker des New Yorker, Alex Ross, gibt nach 30 Jahren seinen Posten auf. Der 56-Jährige kündigte an, sich als leitender Musikkritiker des Magazins zurückzuziehen, der Redaktion jedoch als Autor für längere Essays erhalten zu bleiben.

Zur Begründung erklärte Ross, die Entscheidung sei ihm nach langer Überlegung gefallen. »Obwohl mich die Musikszene heute mehr begeistert denn je – zeitgenössische Komposition ist von ungebrochener Vitalität –, möchte ich meinen Abschied nicht zu spät hinauszögern. Außerdem erfordert die Tätigkeit viele Reisen, und in dieser Lebensphase möchte ich lieber näher an meinem Zuhause bleiben.«

Ross prägte die Musikberichterstattung des Magazins seit Mitte der 1990er Jahre und veröffentlichte in dieser Zeit mehrere Hundert Kritiken sowie zahlreiche Essays über Komponisten, Interpreten und kulturpolitische Themen. Internationale Bekanntheit erlangte er vor allem mit seinem Buch The Rest Is Noise.

Dem Magazin bleibt Ross als festangestellter Autor erhalten. Künftig will er sich unter anderem Literatur, Philosophie, Kalifornien sowie Migrationsgeschichten widmen und nur noch gelegentlich in Essayform über Musik schreiben. Zum Abschied dankte er der Redaktion des New Yorker sowie seinen Lesern für die langjährige Begleitung seiner »Reise von der Unreife bis zur Verrentung«. Die letzten Worte seiner Mitteilung: »May the noise be with you«.

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Franz Schuberts Himmelfahrt

Hat Jacques Offenbach eine Operette über Franz Schubert geplant? Die Geschichte eines vermeintlich verschollenen Bühnenwerks. Klemens Renoldner über seine Arbeit an seinem Roman »Die Wolken von beiden Seiten gesehen«.

Techno rettet keine Tonhalle

Die Klassik entdeckt den Techno, verteilt QR-Codes statt Programmhefte und gründet Clubs für junges Publikum. Unser Autor ist 22 und wendet sich an Ilona Schmiel. Gedanken über missverstandene Kulturvermittlung, die Liebe zur

Liebe Andrea Zietzschmann,

Wir hatten es letzten Donnerstag bereits vermutet – nun ist es offiziell: Andrea Zietschmann wird die Berliner Philharmoniker als Intendantin verlassen. Das ist schade. Für Berlin.

Zu viel Hysterie!

Der Newsletter von BackstageClassical. Heute rüsten wir ein wenig ab. Zu viele Skandale! Können wir uns nicht mal wieder auf das Wesentliche besinnen: die Musik? 

Die Hütte brennt

156 Jahre nach der Uraufführung der Walküre in München gelingt Regisseur Tobias Kratzer und Dirigent Vladimir Jurowski ein ebenso kluger wie packender Wagner-Abend. Eine bildstarke Inszenierung mit einem unvergesslichen Walkürenritt durch den

»Lasst uns die Musik ernst nehmen«

Die Sommerlichen Musiktage Hitzacker setzen auf radikale Ehrlichkeit statt auf Klischees. Intendant Oliver Wille kritisiert oberflächliches Jugendmarketing und fordert mehr Sensibilität im Umgang mit Machtmissbrauch.

Die neue Spießigkeit

Opernhäuser versuchen auf Instagram ein neues Publikum zu erreichen und werben lieber mit Aperol-Spritz als mit Arien. Ein Panoptikum der Peinlichkeiten.

Hinterhäuser meldet sich zurück

Der ehemalige Intendant der Salzburger Festspiele wird im Juli gemeinsam mit Matthias Goerne ein neues Schumann-Album vorstellen – ob es zu einem Konzert in Salzburg kommt, scheint ungewiss.

Verpassen Sie nicht ...