Russland: Kunstraub und Kulturpropaganda

April 11, 2024
1 min read
Schmuck aus der Ukraine
Geraubter Schmuck aus der Ukraine (Foto: Staatliches Ukrainisches Fernsehen)

Eine Dokumentation des ukrainischen Fernsehens erklärt die Rolle der Kultur im Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Es geht um Kunstraub und Kulturpropaganda durch klassische Musik.

»Große russische Lügen« heißt eine Serie des staatlich ukrainischen Fernsehens, die sich mit russischer Propaganda auseinandersetzt. In der aktuellen Folge geht es um die Rolle der Kunst:  Thematisiert wird, wie das Kreml-Orchester Musik von Tschaikowsky auf den Ruinen des bombardierten Dramatheaters in Mariupol spielte, der russische Dirigent Valery Gergiev 2014 ein Benefizkonzert in Rotterdam zum Gedenken an die Opfer der MH-17-Katastrophe dirigierte, oder wie Anna Netrebko an die Seperatisten im Donbas spendete.

Der Film geht der Frage auf den Grund, wie Russland seit Jahren Kulturinstitutionen im Lande nutzt und Musikfestivals in Europa finanziert, um seine Geschäftsinteressen zu fördern. Russische Museumsinstitutionen plündern Kunstschätze und veranstalten pseudohistorische Ausstellungen, um die Eroberung der russischen Armee zu legitimieren. Mit dabei in dieser sehenswerten Dokumentation: die Solistin des Balletts des Lviv Opera House, Victoria Zvarych, der Komponist und Mitbegründer des Labors der modernen Oper OPERA APERTA, Ilya Razumeiko, der Autor des Kanals »Kulturtriger« Bohdan-Oleg Horobchu, die Doktorin der Philosophischen Wissenschaften, Kulturwissenschaftlerin, Natalia Kryvda, der  Professor für Ukrainische Studien am University College London, Uyam Blacker und BackstageClassical-Gründer Axel Brüggemann.

Aus der Serie »Große russische Lügen« (die Doku ist auf Ukrainisch mit englischen Untertiteln – unten im Video auf das Untertitel-Feld klicken.)

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Nicht jeder will abgeholt werden

Die Debatte über Techno und Klassik greift zu kurz. Junge Menschen sind keine einheitliche Zielgruppe: Während neue Formate Publikum gewinnen, fühlen sich klassikaffine Jugendliche oft übersehen. Eine Replik.

Halten wir den Ball flach!

Der Newsletter: Zwei Intendanten schreiben bei BackstageClassical über ihren Blick auf den Betrieb, wir kümmern uns um Verstimmungen am Mozarteum und um Levits Hammerbanden-Klavier, um die Zukunft in Salzburg und blicken in

Lieber Igor Levit,

Igor Levit und Danger Dan dürfen beim ZDF nicht auftreten – nun stilisieren sie sich zum Opfer. So geht PR.

Stagniert Salzburgs Findungsprozess?

Alte Intendanten-Haudegen buhlen um die Intendanz, Sarah Wedl-Wilson winkt als Präsidentin ab. Die Suche nach einer neuen Festspieführung wirkt irgendwie lähmend. Es fehlt an Mut und Ideen. 

Regie? Wo?

Alcina in München: Wunderbare Stimmen in einer unverschämt sinnlosen Aufführung. Eine Kurzkritik.

Techno wird uns nicht retten. Aber Beethoven auch nicht.

Karl Keller kritisierte an dieser Stelle die Anbiederung der Konzertveranstalter beim jungen Publikum. Nun antwortet der Intendant des Beethovenfestes Bonn, Steven Walter, und plädiert für weniger Introspektive und mehr mehr Neugier auf

Verpassen Sie nicht ...