Richter weist Netrebko-Klage gegen MET in großen Teilen zurück

August 25, 2024
2 mins read
Anna Netrebko an der MET (Foto: Metropolitan Opera, Sohl)

Die Klagen von Anna Netrebko auf Grund von Verleumdung und Vertragsbruch gegen die Met wurden abgewiesen – ein Fall wird aber wohl verhandelt.

Ein US-Bundesrichter hat die Klage von Anna Netrebko gegen die Metropolitan Opera im großen Teil abgewiesen. Es bestehe keine Verleumdung, kein Vertragsbruch und keine Diskriminierung aufgrund ihrer nationalen Herkunft, heißt es in einem Beschluss der US-Bezirksrichterin Analisa Nadine Torres, allein der Vorwurf der Geschlechtsdiskriminierung würde geprüft,

Die Met hatte die russische Sopranistin kurz nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar 2022 aus zukünftigen Engagements gestrichen. Generaldirektor Peter Gelb hatte von ihr verlangt, sich von Russlands Präsident Wladimir Putin zu distanzieren.

»Es ist normal, dass ein Gericht während des Prozesses die Streitpunkte eingrenzt, aber dieses Gericht erkennt an, dass die behaupteten Tatsachen zeigen, dass die Met Anna Netrebko Unrecht getan hat und dass es immer noch einen wichtigen Fall gibt«, sagte Netrebkos Manager, Miguel Esteban, in einer Erklärung. »Anna Netrebko bleibt fest entschlossen, diese Klage weiterzuverfolgen, ihre Rechte zu verteidigen, ihren Ruf wiederherzustellen und zu zeigen, dass die Metropolitan Opera und Peter Gelb sie rechtswidrig behandelt haben.«

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»Wir freuen uns, dass drei der vier Klagepunkte vollständig abgewiesen wurden und sind fest davon überzeugt, dass auch der vierte Punkt sich als unbegründet erweisen wird, falls es zu einem Prozess kommt«, sagte indes die Met in einer Erklärung.

Die American Guild of Musical Artists hatte zuvor im Namen von Netrebko eine Beschwerde eingereicht, und der Schiedsrichter Howard C. Edelman hatte im Februar 2023 entschieden, dass die Met gegen den Tarifvertrag der Gewerkschaft verstoßen habe, als sie Verträge mit Netrebko für drei Produktionen kündigte. Edelman sprach der Sängerin eine Entschädigung zu, die von der Gewerkschaft auf 209.103,48 Dollar berechnet wurde. Netrebkos aktuelle yKlage verwies auf weitere Vertragsbrüche in Bezug auf 40 andere Aufführungen. Richterin Torres entschied nun aber gegen die Sängerin und erklärte, dass diese Engagements nie zu Verträgen finalisiert wurden.

Bei der Entscheidung, die Verleumdungsklage abzuweisen, schrieb Torres, dass »Netrebko keine Tatsachen vorbringt, die belegen, dass ihre Erklärungen, sich von Putins Krieg gegen die Ukraine zu distanzieren, die subjektive Überzeugung der Met geändert haben, dass sie den russischen Führer unterstützte.« Die Richterin schrieb außerdem, dass die Entlassung durch die Met »ihre nationale Herkunft nicht ausreichend betrifft, um eine Diskriminierung vermuten zu lassen.«

Podcast mit MET-Intendant Peter Gelb

Bezüglich der Geschlechterdiskriminierung erlaubte Torres Netrebko, Klagen nach dem New York State Human Rights Law und dem New York City Human Rights Law weiter zu verfolgen. Netrebko behauptet, dass männliche Kollegen, die angeblich Verbindungen zu Putin und der russischen Regierung haben, von der Met günstiger behandelt wurden. Sie nannte den Bassbariton Evgeny Nikitin und die Baritone Igor Golovatenko und Alexey Markov, die weiterhin an der Met auftreten.

Torres schrieb, dass die Ansprüche plausibel seien und lehnte den Antrag der Met auf Abweisung ab. Der Fall wurde noch nicht für eine Verhandlung angesetzt.

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