Met schlingert nach Scheitern von Millionen-Deal

April 24, 2026
1 min read
Metropolitan Opera New York (Foto: MET)

Die Metropolitan Opera erleidet einen schweren Rückschlag: Saudi-Arabien zieht sich aus einem geplanten Millionen-Deal zurück, der bis zu 200 Millionen Dollar über acht Jahre bringen sollte.

English summary: The Metropolitan Opera faces a major setback as Saudi Arabia withdraws from a planned deal worth up to $200M over eight years, citing economic strain from regional conflict. Already struggling post-pandemic, the Met now risks a $30M deficit and must seek new funding sources.

Grund ist die wirtschaftliche Belastung durch den Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormuz, hieß es am Donnerstag von Met-Intendant Peter Gelb. Der Deal sah vor, dass die Met jeweils drei Wochen im Februar im Royal Diriyah Opera House bei Riad gastiert – eine Premiere für das Haus, das erst 2029 eröffnet. Gelb nannte es gegenüber der New York Times eine »sehr große Enttäuschung«. Für das laufende Fiskaljahr droht nun ein 30-Millionen-Loch bis 31. Juli; langfristig könnten Lücken wachsen.

Finanzkrise verschärft sich

Die Met kämpft seit Corona mit Einnahmeverlusten: Ticketverkäufe decken nur noch ein Drittel des 326-Millionen-Budgets, HD-Übertragungen sind eingebrochen. Die Stiftung schrumpfte von 340 auf 216 Millionen Dollar. Bereits im Januar gab es Entlassungen, Gehaltskürzungen und weniger Aufführungen (17 statt 25 nächstes Jahr).

Moody’s degradierte die Bonität kürzlich erneut unter Investment-Grade. Trotz Erfolgen wie „Tristan und Isolde“ oder „Innocence“ fehlen Beiträge. Gelb sucht Alternativen: Namensrechte-Verkauf, Erbe von über 100 Millionen (erst 2027) und Verkauf der Chagall-Wandbilder unter Bedingungen.

Kontroverse um Saudi-Partnerschaft

Der Deal aus September 2025 war umstritten wegen saudischer Menschenrechtsprobleme, etwa dem Khashoggi-Mord 2018. Gelb betont den kulturellen Austausch, doch nun sucht er neue Partner – ohne Namen zu nennen. Experten wie Marc Scorca sehen den Ausstieg angesichts globaler Krisen nicht als Überraschung. Die Met plant keine weiteren Kürzungen, hält aber Optionen offen. »Opera ist teuer, wenn sie glänzt«, sagte Gelb.

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