Lyniv wirbt für Waffenlieferungen

März 22, 2024
1 min read
Oksana Lyniv beim Lucerne Festival (Foto: Lucerne Festival, Priska Ketterer)

Die ukrainische Dirigentin Oksana Lyniv wirbt für Waffenexporte an die Ukraine und rechtfertigt ihren Auftritt bei den Maifestspielen in Wiesbaden, wo auch Anna Netrebko auftreten wird.

In einem Interview mit dem Online-Portal Opern News äußert sich Oksana Lyniv zur schwindenden Unterstützung der Ukraine in Europa: »Auch manche Kollegen meinen, dass der Verzicht auf Waffenlieferung den Krieg stoppen könnte«, sagt sie. »Ich sehe natürlich die Last von der Wirtschaftskrise in der ganzen Welt, die seit dem Beginn der Voll-Invasion droht. Aber es ist wichtig zu sagen: Keine dieser Personen kann den Schreck nachvollziehen, wenn man als Zivilist bombardiert wird, wenn die Raketen Tag und Nacht fliegen, wenn man die Verwandte in den Krieg schicken muss. Die Raketenabwehrsysteme retten Leben, und um diesen Schutz zu gewährleisten, braucht die Ukraine die Unterstützung von den Partnern.«

Einen geplanten Auftritt bei den Mai-Festspielen, wo auch Anna Netrebko auftritt, rechtfertigt die Dirigentin. Anders als bei den Wiener Festwochen, wo Lyniv in einem Doppel-Requiem neben Teodor Currentzis auftreten sollte (und mit Absage gedroht hatte), erklärt sie nun: »Bei den Maifestspielen in Wiesbaden ist die Situation anders. Ich wurde nicht als einzelne Künstlerin zum Festival eingeladen, sondern bin Teil der gesamten Tosca-Produktion vom Teatro Comunale di Bologna. (…) Der Name Netrebko steht nicht auf der Besetzungsliste unserer Produktion. Sie singt in einer anderen Produktion, mit einem anderen Dirigenten, mit einem anderen Orchester, am anderen Tag, und ich trage keine Verantwortung dafür.«

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Lieber Kai Goliath Gniffke,

na, da haben Sie aber wieder einen rausgehauen! Die Qualitätsmedien müssten ihre Perspektive überdenken, haben Sie der katholischen Nachrichtenagentur gesagt: »Wir sind Anwalt der Wirklichkeit und nicht Anwalt der vermeintlich Schwachen, der

Ulrich Peters als Interimsintendant in Coburg

Das Landestheater Coburg bekommt einen neuen Intendanten: Der Theatermacher Ulrich Peters übernimmt mit Wirkung zum 1. Juni die Interimsintendanz und wird damit Nachfolger von Neil Barry Moss.

Brüssel streitet über Shani

Streit um Lahav Shani in Brüssel: Rücktritte im Bozar‑Aufsichtsrat, politische Vorwürfe und Boykottdebatten eskalieren. Der Dirigent gerät zwischen Kultur, Kritik und Nahostkonflikt.

Performatives Gähnen?

Podcast Live vom Deutschen Orchestertag: Dieses mal geht es hoch her zwischen Hannah Schmidt und Axel Brüggemann. Sie debattieren über Skandale, die Zukunft der Orchester und einen Notfonds für Kulturinstitutionen.

Erst Kultur-Club, dann Oper

Auf dem Grundstück des ehemaligen Kaufhofs am Wehrhahn in Düsseldorf soll in einigen Jahren das neue Opernhaus der Stadt entstehen; noch in diesem Sommer aber könnte bereits die Dachterrasse als provisorischer Kulturort

 Der Verbrenner-Motor der Klassik

Selbst bei Christian Thielemann bleiben inzwischen Plätze leer. Große Namen garantieren nicht mehr automatisch volle Häuser. Es wäre gefährlich, das zu ignorieren. Die Klassik droht, den Wandel zu verpennen.

Marien-Erscheinungen

Korngolds »Die tote Stadt« an der Staatsoper Hannover wurde in einer gleichermaßen durchdachten wie originellen Neuinszenierung zu einem Triumph.

Die Reichsbürger der Kultur

Ist Milo Rau der neue Schlingensief? Natürlich nicht! Ihm oder Florentina Holzinger fehlt es an Schalk, an Humor und an Schlingensiefs grundsätzlichem Verständnis von Kunst.

Verpassen Sie nicht ...