Für die künftige Leitung der Salzburger Festspiele ab 2027 startet die Suche: Eine vierköpfige Findungskommission unter Christian Kircher soll Kandidaten für Intendanz und Präsidentschaft finden.
English summary: Are Milo Rau and Florentina Holzinger truly heirs to Christoph Schlingensief? Their work suggests otherwise: where he fused art and reality with anarchic wit, theirs feels controlled, didactic—and strikingly devoid of humor.
Für die künftige künstlerische Leitung der Salzburger Festspiele ab Oktober 2027 hat das Kuratorium unter Vorsitz von Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) eine vierköpfige Findungskommission eingesetzt. Das Gremium wird von einer externen Personalberatung unterstützt und soll parallel auch die Ausschreibung für die Präsidentschaft der Festspiele begleiten.
Den Vorsitz der Kommission übernimmt nach Meldungen der Salzburger Nachrichten der frühere Geschäftsführer der Bundestheater-Holding, Christian Kircher, der bis Ende März 2026 selbst dem Kuratorium angehörte. Weitere Mitglieder sind der Dirigent Franz Welser-Möst sowie die Intendantinnen Nora Schmid (Semperoper Dresden) und Sonja Anders (Thalia Theater Hamburg).
Die vier in der Kommission
Anders verfügt über langjährige Erfahrung im deutschsprachigen Theaterbetrieb, unter anderem als Intendantin des Schauspiel Hannover. Seit Herbst 2025 leitet sie das Thalia Theater in Hamburg. Schmid steht seit der Spielzeit 2024/25 an der Spitze der Semperoper Dresden. Zuvor war sie von 2015 bis 2023 Intendantin der Oper Graz und ist mit der österreichischen Kulturlandschaft eng vertraut. Franz Welser-Möst wiederum verbindet eine jahrzehntelange künstlerische Beziehung mit den Salzburger Festspielen. Auch mit den Wiener Philharmonikern arbeitet er seit langem eng zusammen.
»Weißes Blatt Papier«
Begleitet soll die Findungskommission von der Wiener Personalberaterin Gundi Wentner (Board Consulting) werden. Sie war zuletzt unter anderem in Auswahlverfahren für das Linzer Brucknerhaus und das Burgtheater eingebunden und ist seit September 2025 Vorsitzende des Aufsichtsrats der Wiener Festwochen.
Neben eingehenden Bewerbungen will die Kommission auch aktiv geeignete Persönlichkeiten ansprechen. »Das Blatt Papier ist weiß«, sagte Kircher den Salzburger Nachrichten und zeigte sich zuversichtlich, eine geeignete Persönlichkeit zu finden. Zugleich verwies er darauf, dass auch kurzfristige Besetzungen bei derartigen Spitzenfunktionen nicht unüblich seien.
Die Bewerbungsfrist für Intendanz und Präsidentschaft endet am 5. Juni 2026. Nach den Festspielen im Sommer sollen Hearings stattfinden. Wie viele Kandidatinnen und Kandidaten dem Kuratorium letztlich vorgeschlagen werden, liegt im Ermessen der Findungskommission. Eine Entscheidung wird im weiteren Verlauf des Jahres erwartet

