Salzburger Positionierungen

Juni 12, 2026
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Karin Bergmann (Foto: Neumayr, Salzburger Festspiele)

Salzburgs neue Intendantin Karin Bergmann geht ein wenig auf Distanz zu Markus Hinterhäuser und kritisiert fehlende Aufklärung zu dessen Abgang. Zugleich wird bekannt, dass Präsidentin Kristina Hammer bei der kommenden Festspieleröffnung nicht sprechen wird.

Die Intendantin der Salzburger Festspiele, Karin Bergmann, hat das Verhältnis zu ihrem Vorgänger, Markus Hinterhäuser, als rein kollegial beschrieben. »Eine enge Freundschaft gab es nie«, sagte die frühere Burgtheater-Chefin dem Standard. Hinterhäuser habe sie öffentlich zwar als »eine liebe Freundin« bezeichnet, doch es sei nie über ein kollegiales Verhältnis hinausgegangen. Der Kontakt sei erst häufiger geworden, als es um die Bestellung der Schauspielleitung ging.

Bergmann, die nun Salzburgs erste weibliche Intendantin wurde, schilderte die Vorgänge als überraschende Wendung. »Als Markus Hinterhäuser mich kontaktiert hat, war noch gar keine Rede davon, dass es in ein Engagement münden könnte“, sagte sie. Eine formale Bewerbung habe sie nicht eingereicht. »Es wäre mir absurd vorgekommen, nach 20 Jahren in leitenden Positionen eine Bewerbung für einen Job einzureichen, nachdem ich gefragt wurde.«

Nach monatelangem Streit war Hinterhäuser Ende März offiziell einvernehmlich abgegangen, hinter den Kulissen aber flogen wohl die Fetzen. Offiziell wurden keine Gründe genannt, aber es war immer wieder die Rede von cholerischen Umgangsformen mit Mitarbeitenden, unter andere im Magazin Der Spiegel. 

Bergmann kritisierte gegenüber dem Standard den »Mantel des Schweigens«: »Ich hätte es richtiger gefunden, wenn vonseiten des Kuratoriums eine konkrete Begründung genannt worden wäre.« So sei der Eindruck entstanden, »es sei alles eine Sauerei«. Bei einigen gelte sie seither als Verräterin, sagte Bergmann. Dahinter stehe aber kein Masterplan – sie übernehme die Intendanz nur zwei interimistische Jahre.

Den Verhaltenskodex gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verteidigte sie. »Wenn ich verantwortlich bin für einen Betrieb, dann hat das in einem respektvollen Ton auf Augenhöhe stattzufinden«, sagte sie. Künstlerisch will Bergmann Kontinuität: Das Musikprogramm soll in Hinterhäusers Sinne weiterlaufen. Im Schauspiel plant sie mindestens vier größere Sprechtheaterproduktionen und hält eine stärkere Verankerung im Direktorium für sinnvoll.Bergmann ist heute Befürworterin der Frauenquote, betont aber im Hinblick auf die Wahl der neuen Festspiel-Intendanz: Der Beste solle den Job bekommen, unabhängig vom Geschlecht.

Zugleich wurde bekannt, dass die Festspielpräsidentin Kristina Hammer nicht bei der offiziellen Eröffnung der Salzburger Festspiele am 26. Juli. sprechen wird. Traditionell gehört die Präsidentin zum Rednerprogramm. Auf der verschickten Einladung fehlt sie allerdings. Bundespräsident Van der Bellen, Landeshauptfrau Edtstadler, Vizekanzler Babler und Klaus Maria Brandauer sowie Rednerin Maria Kalesnikava sollen Grußworte richten.

Weist ihre Abwesenheit auf ein eventuelles Ende ihrer Zeit als Präsidentin hin? Die Präsidentschaft wurde neu ausgeschrieben, weil Hammers Vertrag Ende 2026 ausläuft. 27 Bewerbungen sind eingegangen, darunter auch von Hammer selbst.

Wer soll Hinterhäuser nachfolgen

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