Wotan ist tot

November 15, 2025
1 min read

Der neuseeländische Bassbariton Sir Donald McIntyre ist mit 91 Jahren in München verstorben.

Der neuseeländische Bassbariton Sir Donald McIntyre ist tot. Der international gefeierte Opernsänger starb am 13. November 2025 im Alter von 91 Jahren. McIntyre, geboren am 22. Oktober 1934 in Auckland, galt über Jahrzehnte als einer der profiliertesten Wagner-Interpreten seiner Generation und prägte die großen Bühnen der Welt nachhaltig.

Nach seinem Musikstudium in Neuseeland und London debütierte McIntyre 1959 an der Welsh National Opera als Zaccaria in Verdis „Nabucco“. Bereits wenige Jahre später stand er in internationalen Produktionen, darunter in der Uraufführung von Gian Carlo Menottis „Martin’s Lie“ beim Bath International Music Festival 1964.

Erfolge bei Wagner und Bayreuth

Weltweit bekannt wurde McIntyre insbesondere als Wotan in Richard Wagners „Ring des Nibelungen“. Beim legendären Bayreuther Festspiel-Jubiläum 1976 war er als Wotan im „Jahrhundert-Ring“ unter der Regie von Patrice Chéreau und Leitung von Pierre Boulez maßgeblich beteiligt – ein Meilenstein der Operngeschichte. Bis 1990 war McIntyre regelmäßiger Gast auf dem Grünen Hügel, wo er auch in weiteren Wagner-Rollen große Erfolge feierte. Auftritte auf allen wichtigen Opernbühnen

Auch die bedeutendsten Häuser Europas und Nordamerikas zählten zu seinen Wirkungsstätten: Seine Gastauftritte am Teatro alla Scala in Mailand, an Covent Garden in London und der New Yorker Metropolitan Opera zeugten von seiner Klasse und Vielseitigkeit. In seinem umfangreichen Repertoire überzeugte er gleichermaßen in Rollen wie dem Holländer, Amfortas („Parsifal“) oder Hans Sachs („Die Meistersinger von Nürnberg“).

McIntyre setzte sich stets für die Förderung junger Sängerinnen und Sänger ein und galt als besonnener Mentor und gefragter Lehrer an mehreren Musikhochschulen. Mit seinem Tod verliert die Opernwelt einen der prägendsten Bassbaritone der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Kollegen und Festivalleitungen würdigten ihn als großen Künstler und geschätzten Kollegen: »Sein Wotan bleibt für immer unvergessen«, heißt es in ersten Nachrufen aus Bayreuth.

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Lieber Igor Levit,

Igor Levit und Danger Dan dürfen beim ZDF nicht auftreten – nun stilisieren sie sich zum Opfer. So geht PR.

Stagniert Salzburgs Findungsprozess?

Alte Intendanten-Haudegen buhlen um die Intendanz, Sarah Wedl-Wilson winkt als Präsidentin ab. Die Suche nach einer neuen Festspieführung wirkt irgendwie lähmend. Es fehlt an Mut und Ideen. 

Regie? Wo?

Alcina in München: Wunderbare Stimmen in einer unverschämt sinnlosen Aufführung. Eine Kurzkritik.

Techno wird uns nicht retten. Aber Beethoven auch nicht.

Karl Keller kritisierte an dieser Stelle die Anbiederung der Konzertveranstalter beim jungen Publikum. Nun antwortet der Intendant des Beethovenfestes Bonn, Steven Walter, und plädiert für weniger Introspektive und mehr mehr Neugier auf

Lieber Micky Beisenherz,

Micky Beisenherz wütet über die Kulturförderung der Bayreuther Festspiele. Dass er dabei Hitler mit Wagner verwechselt ist noch der kleinere Fehler. Schlimmer ist: Er stapft naiv in Wolfram Weimers Polit-Falle.

Verpassen Sie nicht ...