Thielemann und die AFD

März 23, 2024
1 min read
Der Dirigent Christian Thielemann (Foto: Sächsische Staatskapelle, Matthias Kreutziger)

In einem Interview äußert sich der Dirigent auch zur Stärke der Rechtspartei in Sachsen: »Warten wir mal ab«. Ob das reichen wird?

Vor seinem Abschied aus Dresden mit der Strauss-Oper Die Frau ohne Schatten schaut Chefdirigent Christian Thielemann zufrieden zurück. In einem Gespräch mit dem BR spricht er auch über die Stärke der AFD in Sachsen. »Das stimmt einen schon etwas unsicher«, sagt Thielemann, »man weiß ja nie, wie Wahlen ausgehen. Da kann man nur sagen, jetzt warten wir mal ab. Die Arbeit wird nicht beeinträchtigt. Das ist ein Erbe von früher, denken Sie an die Zeit vor der Wende.« Man habe sich ein bisschen gegenüber der politischen Umgebung zurückgezogen, so der Dirigent. Er betrinke sich mit Kunst.

Eine durchaus gefährliche Taktik, denn mit einem Sieg der AFD würde die deutsche Kulturlandschaft grundlegend anders aussehen. Sowohl in Sachsen als auch im Bund und in Europa wirbt die Rechtspartei dafür, staatliche Kultur-Zuschüsse abzuschaffen. Betroffen wäre dann auch die Staatskapelle.

Kommentar zur Kulturpolitik der AFD

Überhaupt liest sich das Thielemann-Interview so, als hätte der Dirigent nicht viel mitbekommen von der Stadt in der er Chef war. »Weil ich hier kaum Freizeit verbringe«, sagt er. Er habe eine Dauerkarte für örtliche Museen und schwärmt für das Villenviertel mit seiner Jugendstil-Architektur: »Als ich den Weißen Hirsch gesehen habe und Immobilienangebote bekam, war ich kurzzeitig versucht umzuziehen. Sie leben sowas von fabelhaft in dieser herrlichen Umgebung. Also ich glaube, es gibt kaum eine Stadt, die so wunderbar liegt wie Dresden.«  

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Regeln für Bogenholz verschärft

Die CITES-Vertragsstaatenkonferenz hat die Schutzbestimmungen für Fernambukholz (Pernambuk) deutlich verschärft, zugleich aber eine weitgehende Entwarnung für reisende Musikerinnen und Musiker gegeben.

Lieber Lang Lang,

Brief an Lang Lang, der gerade Rolf Zuckowskis »Weihnachstbäckerei« zu Grunde gerichtet hat.

»Wir sind underwhelmed«

Podcast: In »Takt & taktlos« debattieren Hannah Schmidt und Axel Brüggemann die Performance von Wolfram Weimer, die Oper in Hamburg, Kürzungen in Stuttgart, Wien und Berlin und die Frage nach Resozialisation in

Liebe Anne-Sophie Mutter,

so wie Sie hört sich Würde an! Fast 50 Jahre stehen Sie nun auf der Bühne. Ihre Begegnung mit Herbert von Karajan ist bundesdeutsche Klassik-Geschichte. Danach haben Sie allen gezeigt, was langer

Lieber Markus Hinterhäuser,

Brief an Markus Hinterhäuser, der das Programm der Salzburger Festspiele 2026 herausgegeben hat. Alte Bekannte und wenig Überraschungen.

Verpassen Sie nicht ...