Neues Köchel-Verzeichnis: Klare Ordnung und neue Mozart-Stücke

September 19, 2024
1 min read
Das neue Köchel-Verzeichnis (Foto: Breitkopf)

Das neue Köchel-Verzeichnis ist erschienen: Ein musikhistorischer Meilenstein. Mehr Klarheit und mehr Werke.

Der Verlag Breitkopf & Härtel und der Internationalen Stiftung Mozarteum stellen heute das neue Köchel-Verzeichnis vor. Seit mehr als 160 Jahren bietet es einen genauen Einblick in die musikalischen Werke von Wolfgang Amadé Mozart. 

Eine Grundsatzentscheidung der neuen Edition war es, die Nummerierung zu vereinfachen. Alle Werke des Hauptteils stehen jetzt unter der Nummer, unter der sie dort erstmals verzeichnet waren. Für die meisten relevanten Kompositionen sind dies die Nummern aus der ersten Auflage von 1862, für die fast 100 Mozart’schen Fragmente die der dritten Auflage von 1937. 95 Kompositionen, die in keiner der bisherigen Auflagen des Köchel-Verzeichnisses einen eigenen Eintrag erhalten hatten, werden mit Nummern ab KV 627 neu gezählt.

Neue Werke Mozarts

Während der Arbeiten an der Neuausgabe wurden auch neue Mozart-Werke entdeckt. Ein Teil davon hatte in früheren Ausgaben des Köchel-Verzeichnisses bereits Platzhalter, z. B. das sogenannte Freudenlied Per la ricuperata salute di Ofelia KV 477a, die Arie Die neugeborne Ros entzückt KV 365a oder das 2021 als 94 Sekunden neuer Mozart vorgestellte Klavierstück KV 626b/16. Seit dem Mozart-Jahr 2006 wurden mehrere Klavierstücke des jungen Mozarts erstmals aufgefunden oder als Werke des jungen Komponisten identifiziert, darunter der erste Konzertsatz Mozarts, der ohne Autorenbezeichnung im sogenannten Nannerl-Notenbuch, dem Klavierbuch seiner Schwester Maria Anna, steht und jetzt als KV 636 verzeichnet ist.

Zudem konnte eine Serenate ex C aus der Musikbibliothek der Leipziger Städtischen Bibliotheken als ein Jugendwerk von Mozart verifiziert werden. Das bislang völlig unbeachtet gebliebene Werk, jetzt mit der Nummer KV 648, besteht aus sieben Miniatursätzen für Streichtrio, die zusammen nur etwa zwölf Minuten dauern. Mozart dürfte die kleine Komposition noch vor seinem 13. Geburtstag für seine Schwester geschrieben haben.

Das Köchel-Verzeichnis enthielt ursprünglich 626 chronologisch geordnete Werke, von KV 1, dem ersten von Mozart eigenhändig geschriebenen Menuett, bis KV 626, dem Requiem, das Mozart wegen seines frühen Todes nicht fertigstellen konnte. Der Katalog wurde von Anfang an durch verschiedene Anhänge ergänzt und erweitert. Neuerkenntnisse zur Chronologie der authentischen Werke schlugen sich in den späteren Ausgaben von 1905, 1937 und 1964 in neuen Werknummern nieder. Das hierdurch entstandene Nummernkonstrukt mit unzähligen Querverweisen wurde immer komplizierter. Eine zusätzliche Herausforderung war, dass immer wieder Nummern eingefügt oder gelöscht und Kompositionen zwischen Hauptteil und Anhang verschoben wurden.

Auch Online einzusehen

Das Köchel-Verzeichnis ist ab sofort auch online zugänglich. Die Stiftung Mozarteum stellt zum Verkaufsstart des Printprodukts von Breitkopf & Härtel die erste Stufe eines neuen digitalen Angebots vor, welches allen Interessierten einen einfachen und kostenfreien Zugang zum Werk Mozarts und zum neuen Köchel-Verzeichnis ermöglicht: Köchel digital.

Quelle: Pressemitteilung Mozarteum

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