Ermittlungen am Teatro San Carlo

April 16, 2026
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Teatro San Carlo (Foto: Teatro San Carlo)

Die Polizei in Italien ermittelt Unregelmäßigkeiten am Theater in San Carlo. Im Zentrum stehen verschiedene Künstlerinnen und Künstler, unter ihnen Asmik Grigorian, Claus Guth und Jonas Kaufmann.

English summary: Italian daily Il Mattino reports that prosecutors are investigating alleged fraud and irregularities at Naples’ Teatro di San Carlo. Twelve people, including Stéphane Lissner, Emmanuela Spedaliere, and tenor Jonas Kaufmann, face probes over fake masterclasses and misuse of public funds.

Die italienische Zeitung Il Mattino berichtet über Ermittlungen wegen mutmaßlicher Betrugs- und Unregelmäßigkeitsfälle am Teatro di San Carlo in Neapel: Die Finanzpolizei hat im Auftrag der Staatsanwaltschaft eine Reihe von Durchsuchungen durchgeführt. Zwölf Personen – darunter der ehemalige Intendant Stéphane Lissner – sind Teil der Ermittlungen. Der Verdacht lautet angeblich auf Unterschlagung, Betrug und Urkundenfälschung im Zusammenhang mit der früheren Theaterleitung.

Im Zentrum stehen zwei Ermittlungsstränge. Zum einen geht es um mutmaßlich fingierte Lehraufträge und Meisterklassen, mit denen Honorare internationaler Künstler nachträglich gerechtfertigt worden sein sollen. Laut Ermittlern seien diese Lehrveranstaltungen nie durchgeführt worden, wodurch der Stiftung ein Schaden von rund 212.000 Euro entstanden sei. Betroffen sind unter anderem Verträge mit Jonas Kaufmann, Regisseur Krzysztof Warlikowski, Asmik Grigorian und Christoph Guth.

Per Instagram erklärte Kaufmann inzwischen: »Vor einiger Zeit hörte ich gerüchteweise von einer Untersuchung im Teatro San Carlo. Grundsätzlich finde ich es nur richtig, wenn bei der Verteilung von öffentlichen Geldern genau hingesehen wird. In diesem Fall bin ich aber doch erstaunt, meinen Namen in Zusammenhang mit Ermittlungen zu lesen. Ich kann nur sagen, dass ich erfüllt habe, was vertraglich vereinbart war.«

Zum anderen prüfen die Ermittler mögliche Begünstigungen innerhalb der Theaterverwaltung. Im Fokus steht dabei die frühere Generaldirektorin Spedaliere und ihr Sohn Michele Mangini Sorrentino, der 2023 zum künstlerischen Leiter der Officine San Carlo in Vigliena ernannt wurde. Behörden untersuchen Geldflüsse zwischen Mutter und Sohn sowie die Aktivitäten von Sorrentinos Produktionsfirma Emmeemme Srls, die öffentliche Fördergelder erhalten hat. Die Beschuldigten weisen die Vorwürfe zurück und wollen die Rechtmäßigkeit ihrer Handlungen belegen.

Nach Angaben der Ermittler sollen interne Aufnahmen belegen, wie Mitarbeiterin Maria De Simone nach einer Razzia eilig versuchte, nachträglich nicht existierende Meisterklassen in Unterlagen einzutragen. Die Untersuchungen dauern an, für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

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