Er machte die Metropolitan Opera stark

Januar 7, 2026
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Bruce Crawford (Foto: MET Opera)

Der Werber Bruce Crawford, einst Chef der Metropolitan Opera und später Vorsitzender des Lincoln Center, prägte New Yorks Opern- und Musikwelt über Jahrzehnte. Er starb mit 96 Jahren in Manhattan.

English summary: The advertising executive Bruce Crawford, former head of the Metropolitan Opera and later chairman of Lincoln Center, shaped New York’s opera and music scene for decades. He died at 96 in Manhattan.

Der langjährige Werbemanager und Kulturförderer Bruce Crawford ist im Alter von 96 Jahren in seiner Wohnung in Manhattan gestorben. Crawford, der jahrzehntelang eine führende Rolle in der amerikanischen Werbebranche spielte, prägte ebenso nachhaltig die Welt der klassischen Musik und Oper in New York.

Seine Leidenschaft für die Oper begann bereits in den 1940er Jahren, als er erste Aufführungen im alten Metropolitan Opera House besuchte. Nach einer erfolgreichen Karriere auf Madison Avenue – unter anderem als Präsident, CEO und später Vorstandsvorsitzender des internationalen Werbekonzerns BBDO – wandte er sich in den 1970er-Jahren zunehmend seiner großen kulturellen Leidenschaft zu: der Oper.

1976 trat Crawford dem Vorstand der Metropolitan Opera bei, 1984 wurde er deren Präsident. Zwei Jahre später tauschte er den gut dotierten Posten in der Werbung gegen die Leitung des traditionsreichen Hauses ein. Von 1986 bis 1989 lenkte er die Geschicke der Met als General Manager – ohne professionelle Musikerlaufbahn, aber mit großem organisatorischem Geschick.

Crawford setzte auf betriebswirtschaftliche Konsolidierung, reduzierte Produktionskosten und beendete die seit Jahrzehnten defizitären USA-Tourneen der Operngesellschaft. Gleichzeitig bewahrte er den künstlerischen Anspruch, indem er populäre Werke mit weniger zugänglichen Stücken kombinierte, etwa Puccinis Tosca neben Bergs Lulu. Damit wollte er, wie er sagte, »das Haus stark machen, aber nicht auf Kosten seiner Kunst«.

Nach seiner Zeit an der Met blieb Crawford der Kultur eng verbunden. 1991 übernahm er erneut das Präsidentenamt des Opernvorstands, von 2002 bis 2005 stand er schließlich an der Spitze des Lincoln Center for the Performing Arts. Dort setzte er wichtige Impulse für die Erneuerung des größten amerikanischen Kulturkomplexes, trieb Bauprojekte wie die Jazz Hall voran und belebte Festivals wie Mostly Mozart wieder.

Bis ins hohe Alter besuchte Crawford regelmäßig Opernaufführungen und galt als Brückenbauer zwischen Management, Mäzenatentum und künstlerischer Leidenschaft.

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