Bayreuth will Doku-Zentrum zum Nationalsozialismus

Oktober 6, 2024
1 min read
Adolf Hitler bei den Bayreuther Festspielen (Foro: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz)

Die Stadt Bayreuth hat nach allerhand Hickhack beschlossen, ein Zentrum zur Erforschung des Nationalsozialismus zu errichten. Wahrscheinlich soll es im ehemaligen Wohnhaus von Houston Stewart Chamberlain entstehen.

Nun also doch: Die Stadt Bayreuth will ein eigenes NS-Dokumentationszentrum einrichten. Hier soll aufgearbeitet werden, warum Bayreuth zu einer Kultstätte der Nationalsozialisten wurde. Einer, der die Errichtung des Zentrums gefordert hat, wird auch als Forscher dabei sein, der Leiter des Hauses Wahnfried, Sven Friedrich.

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»Dieser ganze Wagner-Bayreuth-Komplex stellt ja von sich aus bereits ideologisch anschlussfähige Deutungsangebote bereit. Das Haus Wahnfried ist immer antisemitisch gewesen. Der Antisemitismus ist ein integraler Bestandteil von Richard Wagners Kunsttheorie«, erklärt Friedrich gegenüber dem BR.

Podcast mit Sven Friedrich über historische Verantwortung

Im Vordergrund soll im neuen Doku-Zentrum die Bedeutung von Houston Stewart Chamberlain stehen. »Beispielsweise die Bibliothek Houston Stewart Chamberlains, die eine veritable Gelehrtenbibliothek ist, der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, halte ich für extrem wichtig und extrem sinnvoll, und zwar am originalen Schauplatz. Da wird man sich darüber wundern, dass ein so gelehrter Mensch wie Chamberlain zum Vordenker Hitlers geworden ist und dass es eben auch nicht nur Krawall-Antisemitismus gibt. Dieser Aspekt ist uns besonders wichtig«, sagt Friedrich gegenüber dem BR.

Wahrscheinlich wird das neue Dokumentationszentrum auch im ehemaligen Wohnhaus von Chamberlain sein zu Hause finden. 

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