Proteste gegen Preissteigerungen an der Scala

Juni 13, 2026
1 min read
Die Mailänder Scala (Foro: Teatro alla Scala, Paola Primavera)

An der Mailänder Scala sorgen deutliche Preiserhöhungen für Unmut, vor allem bei den traditionsreichen „Loggionisti“ der oberen Ränge.

An der Mailänder Scala sorgt eine massive Preiserhöhung für deutlichen Unmut im Publikum. Der Ärger geht vor allem von den traditionsreichen Besucherinnen und Besuchern der oberen Ränge, den sogenannten »Loggionisti«. Wie die italienische Tageszeitung La Stampa berichtet, betrifft die Erhöhung 36 besonders gefragte Sitzplätze auf der zweiten Galerie des Opernhauses: Das Abonnement dafür kostete vor der Preiserhöhung 800 Euro, nun sind es 1.050 Euro – ein Anstieg von über 30 Prozent.

Die Kritik ist laut. La Stampa schreibt: »Wenn die Scala zum Disneyland für reiche Touristen wird, stirbt das Opernhaus allmählich. Die Gefahr ist konkreter, als man denke«. Das Blatt stellt außerdem fest, dass die Scala bereits »das teuerste Theater Europas« sei. Teurer seien nur die Aufführungen bei den Salzburger Festspielen.

Auf den sozialen Medien der Loggionisti sprechen einige bereits von »Gentrifizierung der Scala«. Ein Volletino kritisiert: »Ein Theater für Riche«. Derweil spitzen sich die Proteste zu: Bei der Premiere von Giuseppe Verdis Carmen am Montagabend flogen Flugblätter aus den oberen Rängen in den Saal, die gegen die Preiserhöhungen protestierten.

Die Scala-Leitung dämpfte die Aufregung als überzogen. Kommunikationschef Paolo Besana betonte, dass nur ein kleiner Teil der Plätze betroffen sei: »Es handelt sich um 36 Plätze von insgesamt 531«. Im Durchschnitt seien die Preiserhöhungen minimal – ein Platz in der Gallerie koste im Mittel 45,56 Euro (2025-26) und werde 46,94 Euro (2026-27) betragen, was einer durchschnittlichen Increase von nur 1,48 Euro entspricht.

Besana erklärte zudem: »Die Preise stiegen nicht seit zehn Jahren und werden nicht mehr steigen, solange Fortunato Ortombina Sovrintendente ist«. Das Theater sei im Plus, doch die Erhöhungen seien notwendig wegen der bevorstehenden Verhandlungen zum Arbeitsvertrag und des Transfers der Laboratorien zum Rubattino.

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