Leipzigs Oper stolpert in die Zukunft

Juni 27, 2025
1 min read
Oper Leipzig (Foto: Sachsen Tourismus)

Die Oper Leipzig setzt nach erfolgloser Kandidatensuche auf eine Übergangslösung: Lydia Schubert wird ab August 2026 Interimsintendantin.

English summary: The Leipzig Opera has opted for a temporary solution after an unsuccessful search for a candidate: Lydia Schubert will serve as interim director starting in August 2026.

Leipzig (BC) – Die Oper Leipzig reagiert mit einer Notlösung auf seine vermasselten Auswahlverfahren. Weder für die Geschäftsführung des Gewandhauses noch für die Intendanz der Oper konnte ein geeigneter Kandidat gefunden werden (BackstageClassical hatte berichtet). Nun wurde eine Übergangslösung für für die Oper beschlossen. Der Leipziger Stadtrat ernannte am Mittwoch die bisherige Verwaltungsdirektorin Lydia Schubert zur Interimsintendantin ab August 2026. Sie folgt auf Tobias Wolff, der das Haus nach nur einer Amtszeit verlässt. Schubert bleibt bis zur Neubesetzung der Intendanz, längstens bis Juli 2027, im Amt. Ihre Amtszeit kann bei Bedarf bis 2028 verlängert werden.

Schubert übernimmt die geschäftsführende Intendanz zusätzlich zu ihren bisherigen Aufgaben. Künstlerische Entscheidungen darf sie künftig allerdings nur gemeinsam mit dem Generalmusikdirektor oder den Spartenleitungen treffen. Die künstlerische Ausrichtung der Oper bleibt damit weiterhin ungewiss. Der designierte Generalmusikdirektor Ivan Repušić tritt sein Amt zur Spielzeit 2025/26 an. Das größte Problem: Je mehr Nägel in die Zukunft eingeschlagen werden, desto schwieriger dürfte es werden, einen Intendanten zu finden, der bereit ist, das geplante Erbe zu übernehmen. Vielleicht wäre eine grundlegende Änderung der Struktur von Oper und Gewandhaus eine perspektivisch bessere Lösung für die Häuser. 

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

La Fenice trennt sich von Beatrice Venezi

Nach monatelangem Streit beendet das Teatro La Fenice in Venedig die Zusammenarbeit mit der designierten Musikdirektorin Beatrice Venezi. Auslöser sind scharfe öffentliche Äußerungen der Dirigentin über das Orchester; sämtliche Projekte werden gestrichen.

Liebe Karin Bergmann,

Karin Bergmann hält an Teodor Currentzis bei den Salzburger Festspielen fest. Warum das ein Fehler ist. Ein Brief an die Intendantin.

Das Ende der Kulturpolitik

Der Rücktritt von Berlins Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson ist konsequent. In Wahrheit aber ist er mehr als das politische Aus einer Politikerin. Er ist der Anfang vom Ende der alten Kulturpolitik in der

Wer ist dieser Bert?

Ein Opernfan erobert das Netz: »Opera Bert« begeistert mit Arien zwischen Alltag und Algorithmus – und zeigt, wie nahbar klassische Musik für eine neue Generation sein kann. Ein Podcast und ein Porträt.

Musik war seine Identität

Michael Tilson Thomas, einer der prägenden Dirigentenpersönlichkeiten der amerikanischen Musikszene, ist tot. Der langjährige Chef des San Francisco Symphony Orchestra starb im Alter von 81 Jahren.

Wiener Regenbogen-Walzer sorgt weiter für Aufregung

Die Kritik an Florence Prices »Rainbow Waltz« beim Wiener Philharmoniker-Neujahrskonzert spitzt sich zu: Offensichtlich wurde ein Arrangement der schwarzen Komponisten Valery Coleman von Orchester verworfen – und stattdessen eine »eingewienerte« Version bevorzugt.

Warum die GEMA eine Reform braucht

Die Trennung von E- und U-Musik ist ein Anachronismus, sagt der Filmkomponist Anselm Kreuzer. Die GEMA steht vor einer Richtungsentscheidung: Kulturförderung neu denken, gerechter verteilen und ihre Legitimation sichern. Warum Reform jetzt

Ellée bleibt in Esslingen – vorerst

Die Entscheidung über die künstlerische Leitung von PODIUM Esslingen verzögert sich – Intendant Joosten Ellée bleibt länger im Amt. Gleichzeitig startet das Festival 2026 unter dem Motto »Music for Aliens« mit einem

Keine Amerika-Visa: Jaroussky sagt Tournee ab

Der französische Countertenor Philippe Jaroussky hat seine für April 2026 geplante Tournee durch Nordamerika kurzfristig absagen müssen. Grund dafür sind massive Verzögerungen bei der Erteilung von Arbeitsvisa. Von der Absage betroffen ist

Verpassen Sie nicht ...