»Ich mochte Filmmusik eigentlich nie«

August 25, 2025
1 min read
John Williams mit den Wiener Philharmonikern (Foto: WPHL, Nagl)

John Williams rechnet mit dem Kino-Genre ab und erklärt, dass seine Kompositionen eher ein »Job, der sich ergab« waren.

English summary: John Williams, 93, criticized film music as inferior to classical works, calling his own iconic scores a „job that came along.“ Though he shaped cinema with scores for Star Wars and Harry Potter, he sees his work as pragmatic. Yet, his legacy is now being celebrated anew in concerts.

Los Angeles (BC) – John Williams hat sich überraschend kritisch über sein eigenes Schaffen geäußert. »Ich mochte Filmmusik eigentlich nie besonders«, sagte der 93-Jährige in einem Interview für eine neue Biografie. Das Genre sei seiner Meinung nach als Kunstform den großen Werken der klassischen Musik deutlich unterlegen. Viele Filmmusiken seien fragmentarisch oder nur in einzelnen Momenten überzeugend, so Williams. »Die Vorstellung, dass Filmmusik denselben Platz im Konzertsaal wie die bedeutendsten Werke des Kanons haben sollte, ist irrig.«

Williams gilt als Legende seines Fachs. Mit Musik zu Welterfolgen wie Star Wars, E.T., Jurassic Park, Indiana Jones oder Harry Potter prägte er das Kino wie kaum ein anderer. Für seine Arbeit gewann er fünf Oscars und hält mit 54 Nominierungen den Rekord unter lebenden Filmschaffenden. Dennoch sieht er vieles im Rückblick vor allem als berufliche Auftragsarbeit. »Das Filmgeschäft war ein Job, eine Gelegenheit, die sich ergab«, erklärte er.

Für Biograf Tim Greiving, der John Williams: A Composer’s Life verfasst hat und das Buch im September bei Oxford University Press veröffentlicht, waren diese Worte überraschend. Williams’ Haltung sei weder falsche Bescheidenheit noch Koketterie, erklärte er. Zwar sehe der Komponist Filmmusik als funktionale, schnelle und pragmatische Arbeit – dennoch habe er sie »zu einer hohen Kunstform erhoben«.

Besondere Bedeutung habe für Williams die jahrzehntelange Zusammenarbeit mit Steven Spielberg gehabt. Der Regisseur, so sagte er, sei einer der wenigen, die tatsächlich eine tiefere musikalische Bildung mitgebracht hätten, was die Arbeit vereinfacht und bereichert habe. Gemeinsam entstanden Klassiker wie Der weiße Hai, Schindlers Liste oder Der Soldat James Ryan.

Neben dem Film widmete sich Williams auch der Klassik. Über Jahrzehnte schrieb er Konzerte, Fanfaren und andere Werke für den Konzertsaal und leitete unter anderem das renommierte Boston Pops Orchestra. Damit gewann er auch in der klassischen Musikszene großen Respekt.

Trotz seiner Selbstkritik erlebt sein Œuvre derzeit eine neue Würdigung: Unter dem Titel John Williams Reimagined werden im Oktober in London neu arrangierte Fassungen seiner bekanntesten Werke aufgeführt, darunter Musik aus Star Wars und Schindlers Liste. Das Programm für Klavier, Cello und Flöte erscheint zudem als Album. »Die Musiker haben meine Musik erweitert und bereichert, das erfüllt mich mit großer Freude«, sagte Williams.

Transparenzhinweis: Der Text wurde mit Hilfe von KI generiert


BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

»Nein zu Verharmlosungen«

Katharina Wagner eröffnet das Jubiläum 150 Jahre Bayreuther Festspiele mit einer Klaren Absage an Antisemitismus und einem Bekenntnis zu historischer Verantwortung. BackstageClassical bringt ihre Rede im Wortlaut.

Die heilige Helga

Wie BackstageClassical exklusiv erfahren hat, werden die Salzburger Festspiele diesen Sommer kurzfristig die Uraufführung einer Operette ins Programm nehmen: »Die heilige Helga« ist eine fromme Täuschung über Macht, Eitelkeit und den Trost

Das Machtparadox der Klassik

Die Klassik versteht sich als humanistische Kraft, die Menschen verbindet. Doch je größer ihre gesellschaftliche Reichweite wird, desto stärker gerät sie in politische Machtverhältnisse. Der Fall Gustavo Dudamel zeigt exemplarisch, wie schmal

Glanz ohne Abgründe

Ein riesiger Spiegel aus 86 Scherben, ein Pool im Bodensee und eine herausragende Marjukka Tepponen als Violetta: Die neue „La Traviata“ bei den Bregenzer Festspielen setzt auf eindrucksvolle Bilder und große Emotionen.

Neef bleibt Paris treu

Der Deutsche Alexander Neef bleibt bis 2032 Generaldirektor der Pariser Nationaloper. Frankreichs Staatspräsident hat den 2020 angetretenen Opernmanager auf Vorschlag von Kulturministerin Catherine Pégard für eine zweite sechsjährige Amtszeit bestätigt. Das teilte

Nicht jeder will abgeholt werden

Die Debatte über Techno und Klassik greift zu kurz. Junge Menschen sind keine einheitliche Zielgruppe: Während neue Formate Publikum gewinnen, fühlen sich klassikaffine Jugendliche oft übersehen. Eine Replik.

Halten wir den Ball flach!

Der Newsletter: Zwei Intendanten schreiben bei BackstageClassical über ihren Blick auf den Betrieb, wir kümmern uns um Verstimmungen am Mozarteum und um Levits Hammerbanden-Klavier, um die Zukunft in Salzburg und blicken in

Verpassen Sie nicht ...