»Geh scheiß’n« – Shani-Proteste in Wien weggebrüllt

September 21, 2025
1 min read
Lahav Shani und Lisa Batiashvilli im Wiener Musikverein (Foto: Wesely)

Free Gaza-Proteste beim Konzert der Münchner Philharmoniker wurden in Wien vom Publikum mit Gegenreaktionen bestraft.

English summary: At the Munich Philharmonic concert in Vienna’s Musikverein, pro-Palestinian activists disrupted the performance with “Free Gaza!” chants and a Palestinian flag. Security removed them after a brief interruption, the audience answered with »Geh scheiß‘n« (»go shit« or »f… of«), and Israeli conductor Lahav Shani calmly resumed. The concert continued without further incidents.

Bei einem Konzert der Münchner Philharmoniker am Samstagabend im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins ist es zu Protesten gekommen. Bereits nach rund 15 Minuten Spielzeit unterbrachen »Free Gaza!«-Rufe und das Entrollen einer Palästina-Fahne das Konzert. Sicherheitskräfte griffen ein, während ein weiterer Aktivist in Richtung Bühne »Freiheit für Gaza!« rief und aus dem Publikum ein zünftiges »Geh scheißn!« zurückgerufen wurde. Nach kurzer Unterbrechung setzten das Orchester und Solistin Lisa Batiashvili Beethovens Violinkonzert ungestört fort.

Der Intendant Stephan Pauly distanzierte sich vorab von der Ausladung des Orchesters und Dirigenten Lahav Shani beim Flandern Festival in Gent, die zuvor für politische Debatten gesorgt hatte. Shani, israelischer und deutscher Staatsbürger und Chefdirigent des Israel Philharmonic Orchestra, bezeichnete die Bilder aus Gaza öffentlich als „zutiefst erschütternd“ und rief zum raschen Ende des Krieges und zur Versöhnung auf. Trotz Solidaritätsbekundungen aus Politik und Kultur wird erwartet, dass die Proteste gegen den Künstler andauern, da Shani zunehmend zur Symbolfigur stilisiert wird.

Artikel entstand auch mit KI.

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Nicht jeder will abgeholt werden

Die Debatte über Techno und Klassik greift zu kurz. Junge Menschen sind keine einheitliche Zielgruppe: Während neue Formate Publikum gewinnen, fühlen sich klassikaffine Jugendliche oft übersehen. Eine Replik.

Halten wir den Ball flach!

Der Newsletter: Zwei Intendanten schreiben bei BackstageClassical über ihren Blick auf den Betrieb, wir kümmern uns um Verstimmungen am Mozarteum und um Levits Hammerbanden-Klavier, um die Zukunft in Salzburg und blicken in

Lieber Igor Levit,

Igor Levit und Danger Dan dürfen beim ZDF nicht auftreten – nun stilisieren sie sich zum Opfer. So geht PR.

Stagniert Salzburgs Findungsprozess?

Alte Intendanten-Haudegen buhlen um die Intendanz, Sarah Wedl-Wilson winkt als Präsidentin ab. Die Suche nach einer neuen Festspieführung wirkt irgendwie lähmend. Es fehlt an Mut und Ideen. 

Regie? Wo?

Alcina in München: Wunderbare Stimmen in einer unverschämt sinnlosen Aufführung. Eine Kurzkritik.

Techno wird uns nicht retten. Aber Beethoven auch nicht.

Karl Keller kritisierte an dieser Stelle die Anbiederung der Konzertveranstalter beim jungen Publikum. Nun antwortet der Intendant des Beethovenfestes Bonn, Steven Walter, und plädiert für weniger Introspektive und mehr mehr Neugier auf

Verpassen Sie nicht ...