Bestätigt: Mäkelä wird Chef in Chicago

April 2, 2024
1 min read
Dirigent Klaus Mäkelä in gelben Pulli
Klaus Mäkelä (Foto: Berliner Philharmoniker, Marco Borggreve)

BackstageClassical hatte es bereits gemeldet, heute bestätigte das Chicago Symphony Orchestra: Klaus Mäkelä wird neuer Chefdirigent.

Klaus Mäkelä wird der jüngste Chefdirigent des Chicago Symphony Orchestra. BackstageClassical hatte das bereits vor drei Tagen berichtet, heute bestätigte das Orchester die Verpflichtung des 28jährigen Dirigenten. Der Finne wird Nachfolger von Georg Solti, Daniel Barenboim und Riccardo Muti. Der Amtsantritt ist für 2027 terminiert.

Dann wird Klaus Mäkelä auch seinen Chefposten beim Concertgebouworkest in Amsterdam antreten. Dort wurde er bereits 2022 als neuer Chefdirigent vorgestellt, aber man wollte mit seinem Amtsantritt warten, bis Mäklers Vertrag beim Orchestre de Paris ausläuft. 

Die Verpflichtung in Chicago ist eine Ohrfeige für Amsterdam. Dort hoffte man, dass der erst 28jährige Mäkelä sich voll und ganz auf seinen Job in den Niederlanden konzentrieren würde und gewährte ihm auch deshalb eine extrem lange Wartezeit von fünf Jahren.

Mäkelä machte in den letzten Wochen auch deshalb Schlagzeilen, weil die gemeinsamen Konzerte mit der Pianistin Yuja Wang abgesagt wurden. Die beiden hatten sich vor einigen Monaten in den sozialen Medien noch als lustvoll musizierendes Klassik-Paar präsentiert. Nun wurden gemeinsame Auftritte in Chicago und Cleveland gecancelt.

Wirklich spannend am Mäkelä-Hype ist, dass es von Orchestern immer wieder heißt, dass es bei der Wahl von Frauen noch nicht genügend Dirigentinnen mit genügend Erfahrung gäbe. Gilt dieses Kriterium bei Männern eigentlich nicht?

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Die fünf Neuerscheinungen der Woche

Fünf neue Aufnahmen, fünf sehr unterschiedliche Welten: Schostakowitsch mit Wucht und Tiefenschärfe, eine fast vergessene Revolutionsoper, Barock zwischen Himmel und Hölle, Fatma Said vor den Pyramiden – und Susan Tomes mit einem

Lieber Simon Rattle,

Simon Rattle verlängert seinen Vertrag beim BRSO. Als Maskottchen ist das sicherlich eine gute Wahl – aber musikalisch stagniert das Orchester.

Kulturjournalismus: München steckt im Gestern

Der Musikjournalismus steckt in der Krise: Redaktionen schrumpfen, Magazine verschwinden, vom Schreiben allein kann kaum jemand leben. Doch ausgerechnet die Hochschulen reagieren darauf kaum. Sie modernisieren die Technik, aber nicht den Journalismus.

Was Sachsens Theatern blüht

Sachsens Kulturszene läuft Sturm gegen den geplanten Doppelhaushalt 2027/28. Der Gesamthaushalt wächst auf rund 53,5 Milliarden Euro, bei der Kultur sind dennoch Einschnitte geplant. Wir zeigen, wen es besonders hart trifft.

Verflacht jetzt auch der Deutschlandfunk?

Die letzte Bastion des Kulturauftrags verändert ihren Kurs. Ein internes »Stylebook« des Deutschlandfunks zeigt, wohin die Reise geht: breiter, zugänglicher, gesellschaftlicher. Was als Öffnung gedacht ist, könnte zu einer massiven Verflachung führen

Sony Classical verliert seine Eigenständigkeit

Per Hauber geht, einen Nachfolger gibt es offenbar nicht. Schon 2024 hatte sich Michael Brüggemann zurückgezogen. Sony Classical bleibt – aber seine Eigenständigkeit schwindet. Dahinter steht eine größere Frage: Wie viel ist

Verpassen Sie nicht ...