Zoff um Kulturförderung in London

März 30, 2025
1 min read
Die Wigmore Hall in London (Foto: Wigmor Hall)

England debattiert die Zukunft seiner Kunstförderung.

LONDON – Der Arts Council England (ACE) verteidigt seine Unterstützung für klassische Musik und Oper, nachdem John Gilhooly, Direktor der Wigmore Hall in London, Kritik an der Institution geäußert hatte. Gilhooly gab bekannt, dass die Wigmore Hall ab 2026 auf öffentliche Fördermittel verzichten wird, da sie durch Spenden in Höhe von 10 Millionen Pfund finanzielle Unabhängigkeit erreicht hat. Diese Entscheidung ermöglicht es dem Konzertsaal, künstlerisch unabhängig zu agieren, das meldet der Guardian.

Darren Henley, Geschäftsführer von ACE, betonte, dass klassische Musik und Oper essenziell für die Kunstszene seien und weiterhin enthusiastisch unterstützt würden. Für die Förderperiode 2023–2026 seien 220 Millionen Pfund für diesen Bereich vorgesehen. Henley unterstrich die Bedeutung der Let’s Create-Strategie von ACE, die darauf abzielt, Kunst für alle zugänglich zu machen. Allerdings wurde diese Strategie kritisiert, da sie Gemeinschaftsveranstaltungen und hochkarätige künstlerische Darbietungen gleichsetze.

Kritiker wie John Tusa argumentieren, dass ACE zu regulierend agiere und künstlerische Exzellenz vernachlässige.Inmitten dieser Debatten hat die Regierung eine Überprüfung von ACE angeordnet, um die Verteilung der jährlich über 750 Millionen Pfund an öffentlichen und Lotteriegeldern zu evaluieren. Henley betonte die Notwendigkeit, Traditionen zu bewahren und gleichzeitig neue Zielgruppen zu erreichen, wobei er die begrenzten finanziellen Mittel anerkannte. Er begrüßte die finanzielle Eigenständigkeit der Wigmore Hall als positiv.

Axel Brüggemann

Axel Brüggemann arbeitet als Autor, Regisseur und Moderator. Er war als Kulturredakteur und Textchef bei der Welt am Sonntag tätig und schrieb danach für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Heute veröffentlicht er u.a. im Tagesspiegel, im Freitag, der Jüdischen Allgemeinen oder in der Luzerner Zeitung. Er arbeitet für Radiosender wie den Deutschlandfunk, den WDR oder den HR. Seine Fernsehsendungen und Dokumentationen (für ARD, ZDF, arte oder SKY) wurden für den Grimmepreis nominiert und mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Brüggemann schrieb zahlreiche Bücher u.a. für Bärenreiter, Rowohlt, Beltz & Gelberg oder FAZ Buch.

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