La Fenice trennt sich von Beatrice Venezi

April 26, 2026
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Die Dirigentin Beatrice Venzi

Nach monatelangem Streit beendet das Teatro La Fenice in Venedig die Zusammenarbeit mit der designierten Musikdirektorin Beatrice Venezi. Auslöser sind scharfe öffentliche Äußerungen der Dirigentin über das Orchester; sämtliche Projekte werden gestrichen.

English summary: After months of conflict, Venice’s Teatro La Fenice ends ties with incoming music director Beatrice Venezi. Her critical public remarks about the orchestra prompted cancellation of all projects and cooperation.

Im Teatro La Fenice in Venedig ist der seit Monaten schwelende Konflikt um die designierte Musikdirektorin Beatrice Venezi eskaliert und nun mit einer klaren Trennung vorerst beendet. Die Stiftung des Opernhauses teilte am Sonntag mit, alle zukünftigen Kooperationen mit der Dirigentin zu beenden; sämtliche gemeinsamen Projekte würden gestrichen.

Ausschlaggebend seien nach Angaben der Fenice »wiederholte und schwerwiegende öffentliche Äußerungen« Venezis gewesen. Diese hätten den künstlerischen und professionellen Wert des Hauses und seines Orchesters »beleidigt und beeinträchtigt« und seien mit den Grundsätzen der Stiftung unvereinbar. Hintergrund ist vor allem ein Interview mit der argentinischenn Zeitung La Nación, in dem Venezi das Arbeitsumfeld im Orchester kritisiert und unter anderem behauptet hatte, Stellen würden »praktisch von Vater zu Sohn« weitergegeben.

Die Reaktion im Haus fiel scharf aus. Die Gewerkschaft RSU sprach von falschen, schweren und beleidigenden Aussagen und wies den Eindruck einer familiären Weitergabe von Posten zurück. Musiker und Beschäftigte hatten bereits seit der Ernennung Venezis im Oktober gegen die Entscheidung protestiert und der Leitung mangelnde Transparenz sowie fehlende Einbindung vorgeworfen. Auch die fachliche Eignung wurde wiederholt in Zweifel gezogen, weil Venezi nach Ansicht von Kritikern noch nie ein großes Spitzenorchester geleitet habe.

Die Auseinandersetzung hatte sich über Monate zugespitzt. Im Januar setzten Orchestermitglieder beim Neujahrskonzert sichtbare Protestzeichen, später kam es zu weiteren Aktionen und Streiks, die bis weit über Venedig hinaus Beachtung fanden. Selbst ein geplanter Opernstart wurde dadurch beeinträchtigt. Zugleich verschärfte sich die Debatte auch politisch, weil Venezi als Nähe zur rechten Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nachgesagt wird.

Nun stellte sich auch Intendant Nicola Colabianchi ausdrücklich gegen die Äußerungen Venezis. Er erklärte, er teile deren Einschätzungen nicht und kenne das Orchester als leistungsstark und professionell. Italiens Kulturminister Alessandro Giuli stellte sich hinter Colabianchi und betonte sein volles Vertrauen in dessen eigenständige Entscheidung. Die Fenice erklärte, die Trennung solle Klarheit schaffen und dem Theater wie der Stadt Venedig Ruhe zurückgeben.

Die Personalie Venezi war von Beginn an umstritten. Das Opernhaus hatte sie im Herbst zur neuen Musikdirektorin berufen; vorgesehen war ein Amtsantritt ab Oktober dieses Jahres bis März 2030. Aus einer Personalentscheidung wurde damit ein jahrelang nachwirkender Kulturstreit, der das Verhältnis zwischen Leitung, Belegschaft und Öffentlichkeit nachhaltig belastet hat.

Text unter anderem mit KI erstellt

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