Wie soll die Klassik mit dem Fall François-Xavier Roth umgehen?

August 6, 2024
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Der Dirigent François-Xavier Roth (Foto: Sellmann)

In diesem Podcast debattieren Shoko Kuroe, Alexander Gurdon und Stephan Knies mit unterschiedlichen Meinungen über die Causa François-Xavier Roth – wie sollen Orchester, Musikerinnen und Musiker und wie soll das Publikum mit sexuellen Übergriffen umgehen?

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François-Xavier Roth wird neuer Chefdirigent des SWR Sinfonieorchesters – trotz der Vorwürfe, dass er »Dickpicks« und anzügliche Nachrichten an Orchestermusikerinnen und Orchestermusiker versendet hat. Das Gürzenich Orchester hat sich inzwischen von seinem Chef getrennt – Roth soll mit 200.000 Euro abgefunden worden sein. Der SWR hält derweil an ihm fest. Die Debatten um den Fall werden laut und aggressiv geführt.

Bei BackstageClassical haben verschiedene Autorinnen und Autoren in Essays Position bezogen: Die Pianistin und Dozentin Shoko Kuroe entdeckt eine öffentliche »Tätermigration«, der Musikwissenschaftler und Dozent Alexander Gurdon schrieb über das Machtbild von Roth, und Stephan Knies kritisierte den Kurs der öffentlichen Debatte und argumentierte, dass der SWR richtig gehandelt habe.

In diesem Podcast debattieren die drei gemeinsam mit Axel Brüggemann über den Fall Roth, aber auch über die Konsequenzen und Auswirkungen für den Klassik-Betrieb und die bestehenden Systeme. Wie können Orchester, ihre Leitungen, die Medien und die Öffentlichkeit in Zukunft besser reagieren – und welche Formen der Prävention gibt es? Der Podcast für alle Player.

Der Fall Roth bei BackstageClassical: Vor einigen Tagen hatte die Pianistin Shoko Kuroe den Fall François-Xavier Roth kommentiert. Für sie ist es ein Fall von Täter-Migration. Axel Brüggemann fragte bereits vor einiger Zeit in seinem Essay danach, ob Kulturinstitutionen überhaupt in der Lage sind, mit Verfehlungen umzugehen. Auch der Dozent der Musikwissenschaft an der TU Dortmund, Alexander Gurdon, kritisierte das Festhalten an Roth als falsche Bestätigung seiner Macht. Auf all diese Texte antwortete Stephan Knies in seiner Kritik.

Stephan Knies ist Dramaturg, Musiker, Librettist und Autor und schnell begeistert von gutem Theater-Handwerk, frischen Ideen und ungewöhnlichen Formaten. Seine Opern-Moderationen, beispielsweise für sein Ensemble »D´Accord« und dessen Wagner-Paraphrasen im Haus Wahnfried in Bayreuth oder in der Hamburger Elbphilharmonie, stoßen beim Publikum auf relativ wenig Ablehnung. Ein Schwerpunkt seiner Reisetätigkeit für Magazine wie die »Opernwelt« ist Nordeuropa – von Riga bis Reykjavik.

Shoko Kuroe tritt als Solistin in Europa, in den USA und in Japan auf, auch mit Orchestern unter Dirigenten wie z. B. Volker Schmidt-Gertenbach, Horia Andreescu und Saulius Sondeckis. Sie ist eine begeisterte Kammermusikerin und arbeitete auch mit Schauspielern wie z.B. Evelyn Hamann, Christoph Bantzer und Hans-Jürgen Schatz zusammen. Ihre Interpretationen sind dokumentiert in internationalen TV- und Rundfunkaufnahmen (u.a. bei ARD, ZDF, NDR, dem Rumänischen Nationalrundfunk) sowie CD- Einspielungen. Seit 1986 ist sie regelmäßig Gast bei internationalen Festivals wie z.B. dem Schleswig-Holstein Musik Festival, wo sie auch als Dozentin an der Orchesterakademie tätig war.

Alexander Gurdon studierte Musikwissenschaft, Germanistik und französische Romanistik in Köln und Paris, bevor er sich in Dortmund mit einer Arbeit über den Dirigenten und Komponisten Oskar Fried promovierte. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Musik und Musikwissenschaft der TU Dortmund, sowie Lehrbeauftragter an der Fakultät für Kulturreflexion der Universität Witten/Herdecke. Einige seiner aktuellen Schwerpunkte sind neben der Musik des 19.-21. Jahrhunderts die Interpretations- und Dirigentenforschung, die Erinnerungskultur, sowie die auswärtige Kulturpolitik.

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