schon wieder Buhrufe in Donaueschingen. Schon wieder Protest gegen Sie. Und schon wieder scheint der SWR zu glauben, dass man die Sache am besten aussitzt. Augen zu, Ohren zu – war was?
In Wahrheit geht es nicht nur um Sie und die alten Fotos. Es geht eher um den Umgang mit Ihnen. Und hier scheitert der SWR auf ganzer Linie. So wie zuvor bereits mit Teodor Currentzis. Auch hier haben Orchestergesamtleiterin Sabrina Haane und Programmchefin Anke Mai in erster Linie: geschwiegen!
Wie geht man miteinander um, wenn Vertrauen verloren gegangen ist? Wie gewinnt man es zurück? Und wer erklärt eigentlich dem Publikum, warum man an einem Dirigenten festhält, dessen Verhalten so viel Kritik ausgelöst hat?
Offenbar niemand.
Die Buhrufe in Donaueschingen sind Schreie eines (zum großen Teil weiblichen) Publikums, das sich nicht mitgenommen fühlt. Die Sache ist eben nicht erledigt, nur weil die Verantwortlichen das so beschlossen haben.
Besonders bemerkenswert: In der eigenen Berichterstattung des SWR über das Konzert werden die Proteste nicht erwähnt. Als hätte es sie nicht gegeben. Dabei kann man sie in der Videoaufzeichnung hören. Was für ein merkwürdiges Verständnis von Öffentlichkeit! Ein öffentlich-rechtlicher Sender dokumentiert einen Protest, den er in seiner eigenen Berichterstattung verschweigt.
Und damit sind wir bei der Verantwortung des Orchestermanagements. Auch Orchestermanagerin Sabrina Haane und Programmdirektorin Anke Mai müssen sich – wieder einmal – fragen lassen, warum ihre Kommunikation so gründlich misslingt. Wer einen umstrittenen Dirigenten weiterhin auf die Bühne schickt, muss diese Entscheidung erklären können. Gegenüber dem Orchester. Gegenüber dem Publikum. Und gegenüber jenen, die sich durch sein früheres Verhalten verletzt fühlen.
Lieber FXR, vielleicht ist das inzwischen Ihr größtes Problem: Nicht nur, was geschehen ist, sondern dass offenbar niemand einen überzeugenden Weg gefunden hat, damit umzugehen.
Vertrauen kann man nicht dirigieren. Und Schweigen ist keine Antwort.


