Lob und Kritik : Thielemann bleibt bis 2034 in Berlin

Oktober 15, 2026
1 min read
Christian Thielemann und Elisabeth Sobotka bei der Vertragsunterzeichnung (Foto: Facebook Staatsoper, Adamik)

Die Berliner Staatsoper verlängert die Verträge von Christian Thielemann und Elisabeth Sobotka. Doch die Entscheidung ist nicht unumstritten: Kritik gibt es am Zeitpunkt, an Thielemanns künstlerischer Ausrichtung und zuletzt auch an leeren Plätzen bei seinen Aufführungen.

Christian Thielemann bleibt bis 2034 Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Der Stiftungsrat der Stiftung Oper in Berlin hat den Vertrag des Dirigenten ebenso wie den von Intendantin Elisabeth Sobotka bis zum 31. Juli 2034 verlängert. Die Entscheidung fiel bereits am 8. Oktober und wurde wenige Tage später von Kultursenator Stefan Evers (CDU) unterzeichnet.

Die langfristige Bindung des Führungsduos sorgt allerdings auch für Kritik. Die »Berliner Zeitung« bemängelte den Zeitpunkt der Entscheidung, die kurz nach der Wahlniederlage der CDU getroffen wurde. Kommentator Ulrich Seidler sprach von »Machtpolitik im Umfallen«. Die scheidende politische Führung lege damit die künstlerische Leitung eines der wichtigsten deutschen Opernhäuser weit über ihre eigene Amtszeit hinaus fest.

Kultursenator Evers verteidigte die langfristige Bindung. Mit Thielemann und Sobotka könnten zwei international anerkannte Künstlerpersönlichkeiten gehalten werden, die Berlins kulturelle Ausstrahlung auch künftig prägen würden. Thielemann selbst begrüßte die Verlängerung. Die Zusammenarbeit mit der Staatskapelle und Sobotka sei menschlich und künstlerisch »sehr harmonisch«. Er freue sich darauf, das Kernrepertoire weiter zu pflegen und Neues zu entdecken.

Musikalische Erfolge, aber auch Kritik

Thielemann, der 2024 die Nachfolge von Daniel Barenboim angetreten hatte, zählt zu den international renommiertesten Dirigenten für das deutsche romantische Repertoire.  Seine Berufung war allerdings von Beginn an umstritten. Kritiker bemängelten sein vergleichsweise enges Repertoire, seinen Führungsstil und stellten die Frage, ob er die Staatsoper auch künstlerisch weiterentwickeln könne.

Mit der Vertragsverlängerung setzt die Berliner Staatsoper auf Kontinuität in einer Zeit erheblicher finanzieller Herausforderungen. Wegen der Sparvorgaben des Berliner Senats musste das Haus bereits eine geplante Premiere streichen. Zugleich legt die Entscheidung die musikalische Führung der Staatsoper für weitere acht Jahre fest – obwohl die Diskussion über Thielemanns künstlerisches Profil und seine tatsächliche Präsenz am Haus nicht abgeschlossen ist.

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