»Wir hatten 20 Prozent weniger Abonnenten, erreichen sie nun aber auf auf anderem Weg«

Juni 10, 2024
1 min read
Der Intendant der Philharmonie von Luxemburg, Stephan Gehmacher (Foto: Philharmonie von Lixemburg)

Der Intendant der Philharmonie Luxemburg über den Abo-Schwund nach Corona und die Chance, Konzerte neu zu denken.

Stephan Gehmacher leitet die Philharmonie in Luxemburg und das Philharmonische Orchester von Luxemburg seit 2013. Zuvor war er Manager des BRSO in München und Leiter der Künstlerischen Planung bei den Berliner Philharmonikern. 

Im Podcast »Guten Morgen, Stephan Gehmacher!« spricht er über den Rücklauf von Abo-Kunden nach Corona, über internationale Orchestertourneen und über die Rolle der Rundfunkorchester. Außerdem stellt er vor, was sein Haus so besonders macht. (Hier für alle Formate, unten für Spotify)

Die einzelnen Themen des Podcasts  

Über die Situation nach Corona

»Wir haben über 20 Prozent der Abonnements verloren, aber wir sehen auch, dass wir das Publikum auf andere Art zurückholen können. Für uns bedeutet das, dass wir jeden Abend einen guten Grund haben müssen, warum wir ein Konzert geben, für wen und wie wir es bewerben.«

Über internationale Orchester-Tourneen

»Ich habe nichts gegen den Orchester-Wanderzirkus. Tourneen haben ja den Vorteil, dass Menschen überall große Künstlerinnen und Künstler hören können. Wenn Sie jede Woche Christian Thielemann hören könnten, würden Sie sich – trotz seiner überragenden Qualität – vielleicht auch irgendwann Mal jemanden anderen wünschen. Außerdem sind Tourneen ja auch wichtig für die Orchester selber: Eine Tournee hat sehr positive Auswirkungen auf die Musikerinnen und Musiker. Mit dem Philharmonischen Orchester von Luxemburg machen wir keine großen und langen Tourneen, sondern suchen uns eher Partneschaften: Orte an denen wir mehrere Programme spielen können. Da sind wir – auch auf Grund unseres Chefdirigenten – oft in Madrid zu Hause. Tatsächlich war das Orchester noch nie in Japan und nur ein Mal in Korea. Nach Korea werden wir nun fahren – und dort auch wieder mehrere Konzerte geben.«  

Über Radio-Orchester

»Ich erinnere mich aus meiner Zeit beim BR daran, dass wir erst einmal lernen mussten, auch ohne ‚großes Besteck‘ aufzunehmen. In Zeiten von YouTube verändert sich der Markt, und es ist die Frage, wie man flexibel darauf reagieren kann.«

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Kolesnikowa ist frei

In Belarus ist die prominente Oppositionspolitikerin Maria Kolesnikowa nach mehr als vier Jahren Haft freigelassen worden. Das bestätigten Oppositionskreise und Menschenrechtsorganisationen.

Braunschweig: Aus Karstadt wird Konzert-Stadt

Die Stadt Braunschweig treibt die Pläne für ein „Haus der Musik“ im früheren Karstadt-Gebäude in der Innenstadt weiter voran. Das traditionsreiche Warenhaus soll zu einem Konzert- und Bildungsstandort mit überregionaler Ausstrahlung umgebaut

Aida ohne Seekrankheit

Kassel reagiert auf Kritik und verzichtet vorerst auf die Videos in seiner Aida-Produktion. Das Verhältnis zwischen Intendant und Orchester bleibt zerrüttet.

Liebe ARD,

im Ernst: ich will Dich doch so gern lieben! Aber Du machst es mir wirklich schwer. Wovor hast Du denn Angst? Vor den Nazis (die schimpfen eh!)? Dass Du zu klug wirkst

Chailly aus Oper ins Krankenhaus

Der italienische Dirigent Riccardo Chailly hat an der Mailänder Scala während einer Aufführung einen Schwächeanfall erlitten. Die Vorstellung wurde daraufhin abgebrochen, der 72-Jährige kam ins Krankenhaus.​ Chailly brach am Mittwochabend während einer

Mach mir die Mallwitz

PR Agenturen sind die heimlichen Strippenzieher hinter den Klassik-Kulissen. Wer sind die großen Anbieter in Deutschland? Wie arbeiten sie? Eine Bestandsaufnahme. 

Liebe Protestler,

all ihr Demonstranten in Stuttgart, bei den Münchner Symphonikern, von Berlin bis ins österreichische Baden – Ihr habt ja Recht: Kultur ist existenziell. Was abgeholzt wird, wächst nicht wieder nach. Und, ja: