Selbst erfunden? Logo!

Dezember 14, 2024
1 min read
Verblüffende Ähnlichkeit: Links das neue Keyvisual der Schwetzinger Festspiele, rechts das Logo des kanadischen Radiosenders CBC.

Die Schwetzinger Festspiele haben ein neues Keyvisual. Dummerweise ist es dem Logo des kanadischen Radiosenders CBC sehr ähnlich.

English summary: The Schwetzinger Festspiele unveiled a new logo resembling Canada’s CBC logo, sparking online ridicule. The SWR claimed the design reflects the festival’s garden geometry, but many remain unconvinced. The controversy adds to criticism of new director Cornelia Bend over late planning and organizational issues.

»Neue Intendantin, neues Logo!«, mag man beim SWR gedacht haben und hat den Schwetzinger Festspielen kurzerhand ein neues Image verpasst. Stolz wurde das neue Keyvisual nun unter anderem auf der Facebook-Seite der Festspiele vorgestellt: »Wir freuen uns besonders auf die kreativen Spielarten, die uns dieses Design auch in der Gestaltung unseres Auftritts in den Sozialen Netzwerken ermöglicht«, heißt es dort. Das neue Logo sind zu einer Art Blume angeordnete, orangene Halb- und Viertelkreise. 

Es dauerte nicht lange, bis in den Kommentaren ein ziemlich identisches Logo auftauchte: Das des kanadischen Radiosenders CBC. Es ist bis ins Detail gleich aufgebaut. Daraufhin versuchen die Festspiele zu beschwichtigen: »Die Ähnlichkeit unseres Keyvisuals zum Logo von CBC ist rein zufällig. Unser Keyvisual leitet sich aus der realen Geometrie des Schlossgartens der Schwetzinger Festspiele ab, die stilisiert aufgegriffen wurden.« 

Um das zu beweisen gibt es (übrigens auch in der aktuellen Programm-Broschüre) eine Grafik, die zeigen soll, wie man von der Anlage des Schlossgartens zum Logo gekommen sein will – aber so richtig erschließen sich die einzelnen grafischen Schritte  nicht. Und so dauerte es auch nicht lange, bis ein Leser in den sozialen Medien kommentierte: »Wenn Ihr den Quatsch glaubt, ist euch nicht zu helfen.« Andere Besucher der Seite kommentierten die Antwort des SWR mit Lach-Emojis. 

So leiten die Schwetzinger Festspiele ihr Keyvisual bei Facebook her (Foto: Screenshot)

Kein guter Start also für die neue Intendantin der Schwetzinger Festspiele, Cornelia Bend. Bereits nach ihrem Amtsantritt erreichten BackstageClassical Beschwerden, in denen es um eine zu späte Programmplanung, um schwammige Vertragszusagen oder ein weitgehend unbedarftes Auftreten gegenüber anderen Veranstaltern ging.  

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Ulrich Peters als Interimsintendant in Coburg

Das Landestheater Coburg bekommt einen neuen Intendanten: Der Theatermacher Ulrich Peters übernimmt mit Wirkung zum 1. Juni die Interimsintendanz und wird damit Nachfolger von Neil Barry Moss.

Brüssel streitet über Shani

Streit um Lahav Shani in Brüssel: Rücktritte im Bozar‑Aufsichtsrat, politische Vorwürfe und Boykottdebatten eskalieren. Der Dirigent gerät zwischen Kultur, Kritik und Nahostkonflikt.

Performatives Gähnen?

Podcast Live vom Deutschen Orchestertag: Dieses mal geht es hoch her zwischen Hannah Schmidt und Axel Brüggemann. Sie debattieren über Skandale, die Zukunft der Orchester und einen Notfonds für Kulturinstitutionen.

Erst Kultur-Club, dann Oper

Auf dem Grundstück des ehemaligen Kaufhofs am Wehrhahn in Düsseldorf soll in einigen Jahren das neue Opernhaus der Stadt entstehen; noch in diesem Sommer aber könnte bereits die Dachterrasse als provisorischer Kulturort

 Der Verbrenner-Motor der Klassik

Selbst bei Christian Thielemann bleiben inzwischen Plätze leer. Große Namen garantieren nicht mehr automatisch volle Häuser. Es wäre gefährlich, das zu ignorieren. Die Klassik droht, den Wandel zu verpennen.

Marien-Erscheinungen

Korngolds »Die tote Stadt« an der Staatsoper Hannover wurde in einer gleichermaßen durchdachten wie originellen Neuinszenierung zu einem Triumph.

Die Reichsbürger der Kultur

Ist Milo Rau der neue Schlingensief? Natürlich nicht! Ihm oder Florentina Holzinger fehlt es an Schalk, an Humor und an Schlingensiefs grundsätzlichem Verständnis von Kunst.

»Wir dürfen uns nicht nivellieren«

Die Dirigentin Marie Jacquot sieht die klassische Musikbranche in einem tiefgreifenden Wandel und warnt davor, dass die Kunst sich dem Markt anpasst. Sie plädiert dafür, dass Musik eine größere Rolle an unseren

Verpassen Sie nicht ...