Liebe Tanja Maria Hirschmüller,

Juni 10, 2026
1 min read
Tanja Maria Hirschmüller (Foto: Leitner)

erst durch Ihren Triangel-Instagram-Kanal und Ihr »TTTT« («Tanjas tägliches Triangel Tutorial«) sind wir bei BackstageClassical auf die wirklich spannende Bedeutung der Hypertriangulation für die grundsätzliche Breitenwirkung des Triangelspiels aufmerksam geworden. Ich sag mal so: Danke dafür!

Leider haben wir keine Rückmeldungen bekommen, weder auf unser Anschreiben an Ihren Lehrer, Professor Dr. Dr. Øyvind Fjellstrøm noch auf eine allgemeine Anfrage an die University of Sonic Awareness & Vibrational Ecology in Norwegen. Kein vernehmbares Echo nirgendwo.

Das hat natürlich unsere Investigativabteilung getriggert. Machen Sie Ihren über 40.000 Followern da einfach was vor? Ist Ihr ganzer Auftritt in Wahrheit nur ein so genannter »Løgnklang« – ein Lügenkonstrukt?

Tanja Maria Hirschmüller bei einem ihrer Triangel-Tutorials (Foto: Instagram)

Ich will ehrlich sein, liebe Tanja: In unserer Redaktionskonferenz waren einige skeptisch, was Sie betrifft. »Eine mittelmäßige Blockflötenspielerin, die auf Trinagel downgradet« war eine der milderen Kommentare von meiner geschätzten Kollegin Dorothea Mollsturm, und unsere Chefkritikerin Untonia Maulding vermutet, dass Sie ohne Ihre Selbstdarstellung längst im metallernen Bermudadreieck der Musikgeschichte untergegangen wären. Beide werfen Ihnen Triangelozentrismus vor und Pseudoperkussive Ironie. 

Ich hingegen bin der festen Überzeugung, dass Ihre Arbeit bei Instagram die trianguläre Relevanz wesentlich steigert, zumal Sie ja multiinteressiert sind und auch die Blechflöte und andere bislang unterdrückte und diskriminierte Klangmacher zu Ihrem Recht verhelfen.

Für mich persönlich ist es unvergessen, wie bereits Leif Ravstin (außerhalb Norwegens besser als Leonard Bernstein bekannt) das Instrument ernst nahm. Legendär seine Lehrstunde über »Triggadedamm«. 

Liebe Tanja, ich hoffe, dass mein Brief Sie über diesen Weg erreicht, denn gern würde ich Sie zu einem Gastkommentar bei BackstageClassical einladen. Weil Ihre Videos auch mir gezeigt haben, dass unser Magazin die Triangel seit Jahren sträflich vernachlässigt und die Triangologie eines der wenigen Themenfelder ist, von denen ich nur wenig Ahnung habe.

Wie wäre es zum Beispiel damit, einen klangphilosophischen Vergleich zwischen den Glestscherschmelz-Eigenschaften einer »Wiklingel«, einer »Nordklingel«, einer »Fjordtriangel« und einem »Norwegegeingel« für unsere Leserinnen und Leser anzustellen?

Bislang weitgehend ausgespart blieb in unserer Berichterstattung auch der Bezug von einer auf die andere Triangel, wie Sie in ihrem Auto-Rückspiegel hängen. Vielleicht hätten Sie hierzu eine Abschrift der Vorlesung zur Metatriangulität von Prof. Dr. Dr. Øyvind Fjellstrøm, oder seiner Kollegin Dr.  Klangvik Bjørnsdatter (bitte verschonen Sie uns aber mit Vorträgen von Sørgmodig Klanghilde Fjærdal, da Ihre Vorlesungen uns dann doch meist etwas zu depressiv erscheinen).

Gern komme ich auch nach Triangelsund oder nach Berlin auf die Brenzelåsen Høyde, um all das mit Ihnen persönlich zu besprechen oder lade Sie zu einem fernakustischen Gespräch für unseren Podcast ein.

Ich hoffe, von Ihnen zu hören und verbleibe mit Sonic Awareness  

Folgen Sie Tanjas Insta-Profil hier.

Axel Brüggemann

Axel Brüggemann arbeitet als Autor, Regisseur und Moderator. Er war als Kulturredakteur und Textchef bei der Welt am Sonntag tätig und schrieb danach für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Heute veröffentlicht er u.a. im Tagesspiegel, im Freitag, der Jüdischen Allgemeinen oder in der Luzerner Zeitung. Er arbeitet für Radiosender wie den Deutschlandfunk, den WDR oder den HR. Seine Fernsehsendungen und Dokumentationen (für ARD, ZDF, arte oder SKY) wurden für den Grimmepreis nominiert und mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Brüggemann schrieb zahlreiche Bücher u.a. für Bärenreiter, Rowohlt, Beltz & Gelberg oder FAZ Buch.

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