Rettungspläne für Eutin?

Januar 16, 2026
1 min read
Marius Pallesen als Max ist die Entdeckung der Festspiele. (Foto: Eutiner Festspieke, Lagerpusch)

Die Eutiner Festspiele fallen nach der Absage der Spielzeit 2026 vorerst aus, doch Politik und Stadt sprechen intensiv über Modelle für einen Neustart in veränderter Form.

Im Raum stehen unter anderem neue Trägerstrukturen und eine stärkere Einbindung bestehender Festivals, sodass das traditionsreiche Open-Air-Format langfristig eine Zukunft haben könnte.

Ausgangslage: Absage und Kritik

Geschäftsführer Falk Herzog hat die diesjährige und alle folgenden Spielzeiten abgesagt und sich aus seinem ehrenamtlichen Amt zurückgezogen. Er begründet den Schritt mit der fehlenden Professionalisierung der Strukturen und wirft der Kommunalpolitik mangelnde Unterstützung vor.

Trotz eines Besucherrekords von rund 65.000 Gästen in der vergangenen Saison sieht Herzog den Betrieb unter rein ehrenamtlichen Bedingungen nicht mehr als tragfähig an. Die Festspiele erwirtschafteten laut seinen Angaben mehr als 95 Prozent ihres Budgets selbst, wodurch notwendige personelle Verstärkungen nicht finanziert werden konnten.

Reaktionen aus Stadt und Land

Eutins Bürgermeister Sven Radestock bezeichnete das Aus als „bitter“ für die Stadt und verwies auf erhebliche Investitionen der Kommune, etwa in die neue Seebühne. Er betonte zugleich, der Prozess sei für ihn „noch nicht abgeschlossen“ und kündigte weitere Gespräche über die Zukunft des Spielortes an.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, Schirmherr der Festspiele, zeigte sich „geschockt“, äußerte jedoch große Zuversicht, eine tragfähige Lösung für ein Festival in dieser Größenordnung zu finden. Er brachte auch die Möglichkeit ins Spiel, die Festspiele an bestehende Strukturen wie das Schleswig-Holstein Musik Festival anzudocken, ähnlich wie bei der JazzBaltica.

Perspektiven: Aufbruch statt Abgesang?

Die Landesregierung will gemeinsam mit Stadt, bisherigen Trägern und weiteren Partnern über neue organisatorische und finanzielle Modelle sprechen. Ziel wäre eine stärker professionalisierte Struktur, die den saisonalen Kulturbetrieb mit hauptamtlichem Management absichert.

Eine Studie aus dem Jahr 2018 bescheinigte den Eutiner Festspielen, dass jeder investierte Euro etwa siebenfach in Stadt und Region zurückfließt – ein Argument, das Befürworter eines Neustarts nun erneut anführen. Vor diesem Hintergrund werben lokale Kulturakteure und Teile der Politik dafür, das Aus nicht als endgültigen Schlussstrich, sondern als Chance für einen Neuanfang zu nutzen.

Text wurde auch mit Hilfe von KI geschrieben

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