Oper Leipzig droht Pleite

Januar 29, 2026
1 min read
Oper Leipzig (Foto: Sachsen Tourismus)

Neues Rekord-Defizit von 2,3 Millionen Euro bringt die Oper Leipzig in Bedrängnis. Die städtische Unterstützung von 60 Millionen Euro soll nicht steigen.

English summary: Leipzig Opera risks insolvency by 2028 after four years of losses. The 2025 deficit may reach €2.3M due to rising energy, staff and material costs, low attendance, and limited reserves. More city funding is unlikely, and subsidies may decline.

Die aktuellen Nachrichten aus Leipzig dürften der aktuellen Suche nach einer neuen Intendanz an der Oper nicht helfen. Das Haus meldet, dass ihm in wenigen Jahren die Zahlungsunfähigkeit drohe. Seit vier Jahren schreibt die Oper Verluste; das Defizit wuchs im Jahr 2025 auf voraussichtlich 2,3 Millionen Euro. Laut dem Nachtragswirtschaftsplan, der am Mittwoch dem Stadtrat vorlag, reichen die Rücklagen nicht mehr aus, um das Minus auszugleichen. Ab 2028 verfüge die Oper »nicht mehr über die notwendige Liquidität, um den geregelten Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten«, heißt es in dem Bericht.

Intendant Tobias Wolff und seine Opernleitung erklären das Defizit mit gestiegenen Energie‑, Personal‑ und Materialkosten bei stagnierenden Einnahmen. 75 Prozent der Ausgaben entfallen auf Löhne und das Gewandhausorchester, dem die Oper jährlich rund zehn Millionen Euro zahlt. Allerdings sank die Auslastung im vergangenen Jahr auch stellenweise auf 51 Prozent, erst im Weihnachtsgeschäft erzielte das Ballett mit 88 Prozent bessere Werte.

Der fehlende Aufschwung des Hauses wurde auch durch einen bereits aktiven, strengen Sparplan verursacht. Trotz laufender Kostensenkungen um bis zu drei Millionen Euro jährlich muss die Oper nun weitere Preissteigerungen und Einsparungen prüfen. Eine höhere städtische Förderung gilt jedoch als unwahrscheinlich – schon jetzt unterstützt Leipzig die Bühne mit mehr als 60 Millionen Euro pro Jahr. Angesichts des städtischen Haushaltsdefizits von rund 280 Millionen Euro soll auch die Oper einen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung leisten und erhält in den kommenden Jahren weniger Zuschüsse.

Bereits bei der Intendantensuche kam es zu einem öffentlich kritisierten Auswahlverfahren, an dessen Ende kein geeigneter Kandidat gefunden werden konnte. Die Suche dürfte sich nun noch schwerer gestalten.

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