Lieber Wolfram Weimer,

März 11, 2026
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Wolfram Weimer (Foto: ARD)

es ist bemerkenswert, wie Sie die Kulturszene in so kurzer Zeit gegen sich aufgebracht haben. Ihr Berlinale-Management: ein vollkommener Filmriss! Ihre Medien-Kompetenz: im Tegernsee abgesoffen! Ihre Opernförderung: weitgehende Stagnation! Und nun auch noch der Buchhandel: allenthalben Verrisse für Ihre Kulturpolitik!

Boah, lieber Herr Weimer, Sie sind einmal angetreten, die Grenzen unseres Denkens zu erweitern. Kurz hatte ich wirklich gehofft, Sie könnten eine liberale Antwort auf die ideologische Kulturpolitik von Claudia Roth sein. Aber nun sind Sie doch nur die grüne Roth in dunkel schwarz!

Ihnen scheint es zu gefallen, dass Sie selbst von konservativen Kulturschaffenden angefeindet werden (Jürgen Kaube nennt Sie: »Windbeutel Weimer«).  So unbeliebt wie Sie muss man in ihrem Job erst mal werden!

Sie regieren mit »Kopfpilz«, Herr Weimer, so wie Sie damals als 21jähriger gedichtet haben. Es ist eine Tragödie, wenn ein Politiker die Liebe zur Kunst zur politischen Pornographie degradiert – oder wie Sie einst gedichtet haben, zu »Verdampfter Lieberschleim“.   

Axel Brüggemann

Axel Brüggemann arbeitet als Autor, Regisseur und Moderator. Er war als Kulturredakteur und Textchef bei der Welt am Sonntag tätig und schrieb danach für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Heute veröffentlicht er u.a. im Tagesspiegel, im Freitag, der Jüdischen Allgemeinen oder in der Luzerner Zeitung. Er arbeitet für Radiosender wie den Deutschlandfunk, den WDR oder den HR. Seine Fernsehsendungen und Dokumentationen (für ARD, ZDF, arte oder SKY) wurden für den Grimmepreis nominiert und mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Brüggemann schrieb zahlreiche Bücher u.a. für Bärenreiter, Rowohlt, Beltz & Gelberg oder FAZ Buch.

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