Kolesnikowas Haftbedingungen: 4 Quadratmeter-Zelle und Kloaken-Wasser

September 21, 2024
1 min read
Maria Kolesnikowa ist in Haft. (Foto: Amnesty International)

Unmenschliche Haftbedingungen für die Musikerin Maria Kolesnikowa in Belarus. Sie wiegt nur noch 45 Kilo.

Das Online-Magazin Dekoder berichtet über die Situation von Maria Kolesnikowa. Die Musikerin aus Belarus war eine prominente Vertreterin der weißrussischen Opposition. Sie hatte Musik in Stuttgart studiert und stand in erster Reihe der Demokratiebewegung – bis sie festgenommen und inhaftiert wurde. Nun wurden Details über ihren Horror-Alltag im Lukaschenko-Knast bekannt.

Seit mehr als eineinhalb Jahren haben Maria Kolesnikowas Angehörige keine Briefe mehr von ihr erhalten. Fast die gesamte Zeit befände sie sich in einer Isolationszelle, heißt es nach Angaben einer anonymen Informandin. Es gebe kein warmes Wasser – und das Wasser, das es gibt, rieche nach Kanalisation. 

Podcast zum Thema aus dem September 2023

Aufgrund ihres Magendurchbruchs könne Kalesnikowa kein Gefängnisessen zu sich nehmen, für Einkäufe im Gefängnisladen darf sie nur 40 Belarussische Rubel (ca. 11 Euro) im Monat ausgeben. Ihre Schwester Tatjana Chomitsch teilt mit, dass Kolesnikowa nur 45 Kilogramm wiege. 

Kolesnikowas Isolationszelle hat nach Bericht von Dekoder  eine Größe von etwa 1,60 mal 2,50 Metern. An den Wänden seien zwei Pritschen für je zwei Personen befestigt, die nur zur Nachtruhe von 20:30 bis 5:00 Uhr heruntergelassen würden. Die Toilette sei ein Loch im Boden einer Zellenecke, ein Blech von der Größe einer aufgeschlagenen Zeitung soll als Sichtschutz dienen. 

Für den Aufenthalt in einer Isolationszelle legt die Strafvollzugsordnung eine maximale Dauer von sechs Monaten fest. Maria ist inzwischen bereits anderthalb Jahre lang diesen Bedingungen ausgesetzt. 

Marias Schwester Tatjana Chomitsch schrieb dazu [auf Facebook]: »Meines Wissens leidet Maria in der Kolonie an Hunger. Sie wiegt 45 kg bei einer Größe von 1,75 m. Ihre Krankheit erfordert eine Diät, daher kann sie von der Gefängnisverpflegung nicht viel essen. […] Jemandem mit Magengeschwür Lageressen zu geben, ist praktisch Folter und ein langsamer Mord. Jemandem das Recht zu entziehen, seiner Familie zu schreiben, beschleunigt diesen Tod.«

Eine Ausführliche Berichterstattung zur Lage von Maria Kolesnikowa gibt es bei dekoder.  

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