Auch diese Woche stellen wir wieder die fünf wichtigsten Aufnahmen vor: Tops und Flops. Es begeistern uns Christophe Roussets »Messiah« und Pierre-Laurent Aimards Schönberg. Simon Rattles Mahler halten wir für eher unnötig.

Händel: »Messiah« – Christophe Rousset (harmonia mundi)
Er ist ein Meister der Selbstverständlichkeit: Christophe Rousset interpretiert mit dem Monteverdi Choir und den English Baroque Soloists einen Klassiker des Barock! Ohne Firlefanz, mit spannender Live-Atmosphäre – der Beginn einer langfristigen Zusammenarbeit des Ensembles mit harmonia mundi.
★★★★☆
Mahler: Sinfonie Nr. 2 »Auferstehung« – Simon Rattle (BR-Klassik)
Warum macht man so eine Aufnahme? Simon Rattle dirigiert den Beginn als begeisterter Schlagwerker: Rhythmisch krachend. Doch alles Transzendente, Tanzende und Lyrische gerinnt ihm und dem Orchester ohne Atem unter den Fingern – dazu nicht satisfaktionsfähige Sängerinnen. Braucht niemand.
★☆☆☆☆

Schönberg: Piano Works – Pierre-Laurent Aimard (Alpha Classics)
Abgründe für Fortgeschrittene! Aimards Debüt bei Alpha – mit einem seiner typischen Repertoire-Auswahlen! Von den drei Stücken op. 11 bis zu Schönbergs später Klaviermusik. Aimard beschäftigt sich mit den Meisterwerken seit seiner Studienzeit – und lässt uns staunen.
★★★★☆

Granville Bantock: Orchestral Works – Rumon Gamba (Chandos)
Bantock gehört zu jenen Komponisten, bei denen man sich immer wieder fragt, warum sie fast verschwunden sind. Im Zentrum steht die gewaltige »Hebridean Symphony« von 1913 – dazu »The Bacchae« und die »English Scenes«. Hoffentlich eine Inspiration auch für andere Orchester!.
★★★★☆

Beethoven: Complete String Quartets Vol. III – Ariel Quartet (Orchid Classics)
Auch bei den Streichquartetten stellt sich die ewige Frage: Warum noch eine Aufnahme. Das Ariel Quartet gibt durchaus gute Antworten: Auch der Ende seine Beethoven-Zyklus besticht wieder durch eine Klarheit, die die Modernität Beethovens immer wieder unterstreicht. Das Projekt schließt mit einer schwergewichtigen Aufnahme.
★★★☆☆

