BackstageClassical-Tipp: Die 5 wichtigsten Aufnahmen der Woche

Oktober 3, 2026
1 min read

Auch diese Woche stellen wir wieder die fünf wichtigsten Aufnahmen vor: Tops und Flops. Es begeistern uns Christophe Roussets »Messiah« und Pierre-Laurent Aimards Schönberg. Simon Rattles Mahler halten wir für eher unnötig.

Händel: »Messiah« – Christophe Rousset (harmonia mundi)

Er ist ein Meister der Selbstverständlichkeit: Christophe Rousset interpretiert mit dem Monteverdi Choir und den English Baroque Soloists einen Klassiker des Barock! Ohne Firlefanz, mit spannender Live-Atmosphäre – der Beginn einer langfristigen Zusammenarbeit des Ensembles mit harmonia mundi.

★★★★☆

Mahler: Sinfonie Nr. 2 »Auferstehung« – Simon Rattle (BR-Klassik)

Warum macht man so eine Aufnahme? Simon Rattle dirigiert den Beginn als begeisterter Schlagwerker: Rhythmisch krachend. Doch alles Transzendente, Tanzende und Lyrische gerinnt ihm und dem Orchester ohne Atem unter den Fingern – dazu nicht satisfaktionsfähige Sängerinnen. Braucht niemand. 

★☆☆☆☆

Schönberg: Piano Works – Pierre-Laurent Aimard (Alpha Classics)

Abgründe für Fortgeschrittene! Aimards Debüt bei Alpha – mit einem seiner typischen Repertoire-Auswahlen! Von den drei Stücken op. 11 bis zu Schönbergs später Klaviermusik. Aimard beschäftigt sich mit den Meisterwerken seit seiner Studienzeit – und lässt uns staunen.

★★★★☆ 

Granville Bantock: Orchestral Works – Rumon Gamba (Chandos)

Bantock gehört zu jenen Komponisten, bei denen man sich immer wieder fragt, warum sie fast verschwunden sind. Im Zentrum steht die gewaltige »Hebridean Symphony« von 1913 – dazu »The Bacchae« und die »English Scenes«. Hoffentlich eine Inspiration auch für andere Orchester!. 

★★★★☆ 

Beethoven: Complete String Quartets Vol. III – Ariel Quartet (Orchid Classics)

Auch bei den Streichquartetten stellt sich die ewige Frage: Warum noch eine Aufnahme. Das Ariel Quartet gibt durchaus gute Antworten: Auch der Ende seine Beethoven-Zyklus besticht wieder durch eine Klarheit, die die Modernität Beethovens immer wieder unterstreicht. Das Projekt schließt mit einer schwergewichtigen Aufnahme. 

★★★☆☆

Axel Brüggemann

Axel Brüggemann arbeitet als Autor, Regisseur und Moderator. Er war als Kulturredakteur und Textchef bei der Welt am Sonntag tätig und schrieb danach für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Heute veröffentlicht er u.a. im Tagesspiegel, im Freitag, der Jüdischen Allgemeinen oder in der Luzerner Zeitung. Er arbeitet für Radiosender wie den Deutschlandfunk, den WDR oder den HR. Seine Fernsehsendungen und Dokumentationen (für ARD, ZDF, arte oder SKY) wurden für den Grimmepreis nominiert und mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Brüggemann schrieb zahlreiche Bücher u.a. für Bärenreiter, Rowohlt, Beltz & Gelberg oder FAZ Buch.

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