Leipziger Personal-Allerlei

Mai 10, 2025
1 min read
Oper Leipzig (Foto: Sachsen Tourismus)

Das Verfahren zur Suche eines neuen Intendanten für die Leipziger Oper ist gescheitert und muss neu gestartet werden, Andris Nelsons scheint indes verlängert zu werden. 

English summary: The search for a new director of Leipzig Opera has failed and must restart. Tobias Wolff is leaving in 2027, but no suitable successor has been found yet, and the process lacked transparency. Meanwhile, Andris Nelsons is expected to extend his contract at the Gewandhaus despite earlier political concerns. A temporary opera management is in place for now.

Was ist denn da los in Leipzig? Nachdem Opernintendant Tobias Wolff überraschend nicht verlängert wurde (angeblich aus inhaltlichen Differenzen, er geht 2027 nun nach Braunschweig), tut sich die Stadt schwer damit, eine Nachfolge zu finden. Das Kulturamt hat mitgeteilt, dass das Besetzungsverfahren gescheitert ist und noch einmal vollkommen neu aufgesetzt werden muss. Das wurde bei einer Sitzung der Auswahlkommission beschlossen, da bislang keine geeignete Persönlichkeit für die Leitung ab August 2027 gefunden werden konnte.

Das bisherige Verfahren war erstaunlich intransparent: Es wurde nicht kommuniziert, wie viele Bewerberinnen und Bewerber es überhaupt gab, welche Kriterien gewünscht waren, und wie konkret über die Wolff-Nachfolge entschieden werden sollte. Dass neue Auswahlverfahren soll nun mit »externer fachlicher Unterstützung« geführt werden. 

Nelsons bleibt wohl am Gewandhaus

Für die aktuelle Planung soll es derweil eine Übergangslösung geben. Die Planungen für die kommenden Spielzeiten wird Verwaltungsdirektorin Lydia Schubert leiten, in enger Absprache mit dem Führungsteam des Hauses und der Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke. Es wird bereits ein Programm erarbeitet, mit dem Wolffs Nachfolger dann »leben muss«.   

Auch beim Gewandhaus müsste eigentlich schnell Vollzug in Personaldingen gemeldet werden. Der Vertrag von Chefdirigent Andris Nelsos läuft bereits 2027 aus. Es wird gemunkelt, dass es innerhalb der Politik Bedenken gegen eine Vertragsverlängerung gegeben habe – besonders wohl aus Kostengründen. Doch sowohl das Orchester als auch die politisch Verantwortlichen sollen sich inzwischen aber auf einen weiteren Weg mit Nelsons verständigt haben, der gleichzeitig auch das Boston Symphony Orchestra leitet. All das ist allerdings noch unbestätigt. Der Vertrag von Gewandhaus-Orchester Direktor Andreas Schulz läuft bis 2028, er wird dann in den Ruhestand gehen – auch hier gibt es also Besetzungsbedarf. 

Axel Brüggemann

Axel Brüggemann arbeitet als Autor, Regisseur und Moderator. Er war als Kulturredakteur und Textchef bei der Welt am Sonntag tätig und schrieb danach für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Heute veröffentlicht er u.a. im Tagesspiegel, im Freitag, der Jüdischen Allgemeinen oder in der Luzerner Zeitung. Er arbeitet für Radiosender wie den Deutschlandfunk, den WDR oder den HR. Seine Fernsehsendungen und Dokumentationen (für ARD, ZDF, arte oder SKY) wurden für den Grimmepreis nominiert und mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Brüggemann schrieb zahlreiche Bücher u.a. für Bärenreiter, Rowohlt, Beltz & Gelberg oder FAZ Buch.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

»Die Zukunft der Oper liegt in Warschau«

Klare Worte und große Ambitionen: Yoel Gamzou tritt sein Amt als Generalmusikdirektor der Polnischen Nationaloper an. Gemeinsam mit Intendant Boris Kudlička will er das Haus grundlegend erneuern – mit mehr Gegenwartsbezug und

Lieber Moritz Döbler,

ich kenne Dich ja noch aus Bremen, als Chefredakteur des Weser-Kurier. Kultur hat Dich schon damals herzlich wenig interessiert. Zahlen, Geld und Selbstdarstellung – das waren eher Deine Themenfelder.  Als Chefredakteur der Rheinischen

Friedman doch in Bayreuth

Nach Kritik an der Absage eines Gedenkkonzerts hat Festspielleiterin Katharina Wagner den Publizisten Michel Friedman um Entschuldigung gebeten – er wird nun doch bei den Festspielen reden.
Chilly Gonzales dirigiert »F*uck Wagner«

Wer schreit am lautesten »Antisemitismus«?

Die Bayreuther Festspiele haben eine Veranstaltung mit Michel Friedman nicht weiter verfolgt – und der darf in der Süddeutschen Zeitung nun sein vollkommenes Unwissen über die Festspiel-Geschichte verbreiten.  

Hört Euch das mal an, Wiener Philharmoniker!

Der Komponist Alexander Strauch gehörte zu den Kritikern des Wiener Arrangements von Florence Prices »Rainbow Waltz«. Nun hat der Präsident des Deutschen Komponistenverbandes das Stück für sein »Rainbow Orchestra« neu vertont. Wir

Das neue Dirigentenzeitalter

Ein globales Personalkarussell, jüngere Namen, mehr Diversität: Die Wechsel an den Spitzen der Orchester markieren mehr als Routine. In der Klassik formiert sich ein neues Selbstverständnis. Beobachtungen des Dirigenten John Axelrod.

Kann Klassik Social Media? 

Der newsletter von BackstageClassical: Wie kann Klassik in den sozialen Medien wirken? Außerdem: Die Retro-Mode beim Sängernachwuchs und Kölns große Eröffnungssause!

Salzburger Positionierungen

Salzburgs neue Intendantin Karin Bergmann geht ein wenig auf Distanz zu Markus Hinterhäuser und kritisiert fehlende Aufklärung zu dessen Abgang. Zugleich wird bekannt, dass Präsidentin Kristina Hammer bei der kommenden Festspieleröffnung nicht

Verpassen Sie nicht ...