Aus für Alte Musik in Weimar

Juli 2, 2024
1 min read
Die Präsidentin der Liszt-Hochschule in Weimar, Anne-Kathrin Lin­dig, hat das Institut für Alte Musik abgeschafft (Foto: Hochschule für Musik, Werner)

Es war ein heftiger Streit zwischen Studierenden und Hochschulleitung. Nun wurde kurzer Prozess gemacht: Die Alte Musik wird in Weimar nur noch als Nebenfach angeboten.

Nun ist es beschlossen: Trotz großer Proteste haben Hochschulrat und Senat der Musikhochschule Weimar gestern Abend beschlossen, das Institut für Alte Musik zu schließen. Ab 2026 sollen die betroffenen Musikstudiengänge nach und nach abgebaut werden.

Das Präsidium erklärte, dass auf Grund des Geldmangels kein Weg an der Abwicklung vorbeiführe. Kompromisse wurden nicht geschlossen: der Hochschulrat machte kurzen Prozess. Die sogenannte »Alte Musik« wird in Weimar damit zukünftig nur noch als Nebenfach unterrichtet.

Letztlich ist der Konflikt in Weimar ein Konflikt, der auch an anderen Hochschulen tobt: Die Präsidentin der Liszt-Hochschule, Anne-Kathrin Lin­dig, setzt auf Fächer wie Pädagogik, die Lehr­amts­aus­bil­dung, das Kul­tur­ma­na­ge­ment und soge­nannte »kleine Fächer« wie Kla­vier, Akkor­deon, Gitarre, Orgel oder Jazz. 

Mittelfristig aber wird es wohl keine Musikbildung in der Breite geben, wenn es keine Ausbildung in der Tiefe gibt.

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Ein Angebot, das er nicht ablehnen kann

Showdown: Das Festspielkuratorium der Salzburger Festspiele hat Markus Hinterhäuser ein Szenario offeriert, über das er nun bis zum 20. März nachdenken kann. Ein Kommentar.  

American Nightmares in der Klassik

Kultur-Diskurs zwischen Eskapismus und Widerstand: Hannah Schmidt und Axel Brüggemann debattieren im Podcast Takt & taktlos die aktuellen Themen der Klassik.

Das Reich der kulturellen Mitte

Kanzler Friedrich Merz ist in China. In Peking gastieren sowohl Valery Gergiev und sein Mariinksy Orchester als auch die Berliner Philharmoniker mit Kirill Petrenko. Ein historischer Rückblick auf Europäisch-Chinesische Musik-Beziehungen.  

Liebe Papagenas,

Achtung! Achtung! Da draußen ist ein bunter Vogelfänger unterwegs. Er tarnt sich als Sänger. Früher war er Tenor, heute hat er Federn gelassen – tingelt als Bariton und Clown durch die Gegend.

Einspruch, Herr Wolffsohn

Michael Wolffsohn hat Karajan in seinem neuen Buch vom Nazi-Sympathisantentum weitgehend reingewaschsen. Nun widerspricht ihm der Karajan-Experte und Historiker Oliver Rathkolb. Er sagt: die Faktenlage spricht eine andere Sprache.

Fliegender Teppich ohne Magie

Bluescreen-Effekte prägen Händels »Tamerlano« bei den 48. Internationalen Händel-Festspielen Karlsruhe. Doch der eigentliche Zauber entsteht im Orchestergraben.
Bogdan Roščić Porträt

Lieber Bogdan Roščić,

meinten Sie wirklich den gerngroßen Medien-Mufti Mucha, der über Ihr Opernball-Musical-Programm polterte, als Sie George Bernard Shaw auf Instagram zitierten: »I learned long ago never to wrestle a pig. You get dirty

Liebe Stefanie,

seit der BR sich Dich als »Gesicht« für sein Klassik-Programm vorstellt, bist Du irgendwie anders geworden. Weißt Du noch, wie wir auf dem Flokati gelegen, Tristan gehört und Erdnussflips gegessen haben? Und

Epstein und die Klassik

In den Epstein Files kommen auch zahlreiche Klassik-Künstler vor – oft sollten sie das Image des kulturinteressierten Mäzen pflegen. 

Verpassen Sie nicht ...