San Carlo wirft Abdrazakov raus

November 20, 2024
1 min read
Collage der Initiative Arts Against Aggression: Fotos von der kürzlichen Ehrung, die Ildar Abdrazakov sichtlich stolz von Wladimir Putin entgegengenommen hat. In der Mitte die Besetzung der geplanten «Don Carlo»-Serie, wie sie bis gestern noch auf der Homepage des Teatro San Carlo stand

Das Teatro San Carlo streicht Putins Bass von der Besetzungsliste – vorausgegangen waren intensive Recherchen von Opern News.

English summary: Naples’ Teatro San Carlo dropped Russian bass Ildar Abdrazakov, tied to the Kremlin, after Opern News investigations. EU criticism and protests over his pro-Putin links pressured the decision.

Ildar Abdrazakov, der russische Bass mit engen Kreml-Verbindungen, galt seit Russlands Invasion in der Ukraine als problematische Wahl in westlichen Opernhäusern. Sein Engagement am Teatro San Carlo in Neapel sorgte für Kontroversen, bis das Theater ihn nun kurzfristig von der Besetzungsliste strich. Vorausgegangen waren ausführliche Recherchen der Plattform OPERN NEWS, des Journalisten Stephan Burianek. Der ukrainische Bass Alexander Tsymbaluk, der in der Don Carlo-Produktion in Neapel mit Abdrazakov auftreten sollte, äußerte öffentliches Unbehagen über die Zusammenarbeit mit einem pro-Kreml-Künstler und kritisierte das Festhalten des Theaters an Abdrazakov trotz seiner Putinnähe.

Anzeige

Das Teatro San Carlo geriet unter verstärkte Kritik, insbesondere nach einem offenen Brief des Vereins Liberi, Oltre le Illusioni, der die Teilnahme von Abdrazakov als gesellschaftspolitisches Statement anprangerte. Dies führte zu Druck aus dem EU-Parlament, wo Abgeordnete wie Pina Picierno das Engagement kritisierten und eine Streichung forderten. Abdrazakov, dem eine aktive Rolle in Putins Propaganda zugeschrieben wird, hatte zuvor Auftritte an der Mailänder Scala und der Bayerischen Staatsoper verloren und ist in Europa zunehmend unerwünscht.

Die Entscheidung des Teatro San Carlo, an Abdrazakov festzuhalten, wirft Fragen zur Einflussnahme russischer Geldgeber auf europäische Kulturinstitutionen auf. Seit Kriegsbeginn setzen viele westliche Häuser auf eine kritische Prüfung russischer Künstler mit engen Bindungen an das Putin-Regime. Abdrazakovs Auftritte konzentrieren sich seitdem auf Russland, wo er vom Kreml finanzierte Festivals leitet.

Die ganze Geschichte lesen Sie bei OPERN NEWS

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Hört Euch das mal an, Wiener Philharmoniker!

Der Komponist Alexander Strauch gehörte zu den Kritikern des Wiener Arrangements von Florence Prices »Rainbow Waltz«. Nun hat der Präsident des Deutschen Komponistenverbandes das Stück für sein »Rainbow Orchestra« neu vertont. Wir

Das neue Dirigentenzeitalter

Ein globales Personalkarussell, jüngere Namen, mehr Diversität: Die Wechsel an den Spitzen der Orchester markieren mehr als Routine. In der Klassik formiert sich ein neues Selbstverständnis. Beobachtungen des Dirigenten John Axelrod.

Kann Klassik Social Media? 

Der newsletter von BackstageClassical: Wie kann Klassik in den sozialen Medien wirken? Außerdem: Die Retro-Mode beim Sängernachwuchs und Kölns große Eröffnungssause!

Salzburger Positionierungen

Salzburgs neue Intendantin Karin Bergmann geht ein wenig auf Distanz zu Markus Hinterhäuser und kritisiert fehlende Aufklärung zu dessen Abgang. Zugleich wird bekannt, dass Präsidentin Kristina Hammer bei der kommenden Festspieleröffnung nicht

Antwort von Tanja

Nach heftigen Debatten innerhalb der BackstageCassical-Redaktion über die Glaubhaftigkeit der Triangologie-Studentin Tanja und ihres Instagram-Kanals, gab es nun Resonanz aus der Welt der Vibrational Ecology in Norwegen.

Es gibt sie noch, die guten Dinge in Bayreuth

Das Richard-Wagner-Museum in Bayreuth begeht 2026 ein Doppeljubiläum: 150 Jahre Bayreuther Festspiele und 50 Jahre Museum im Haus Wahnfried. Unter dem Titel „50/150 – Utopie und Echo“ gibt es Ausstellungen, Performances, Konzerte,

Verpassen Sie nicht ...