Der österreichische Rechnungshof übt deutliche Kritik an der Planung und Finanzierung des Umbaus der Salzburger Festspielhäuser. Das Großprojekt »Festspielbezirk 2030« könnte bis zu 636 Millionen Euro kosten.
Ursprünglich waren 335 Millionen Euro vorgesehen. Die Prüfer bemängeln fehlende Kostentransparenz, ungeklärte Finanzierungsfragen und Risiken bei der Bauplanung. Damit gerät auch der kaufmännische Direktor der Salzburger Festspiele, Lukas Crepaz, unter Druck.
Crepaz gilt als zentrale Figur des umstrittenen Bauprojekts, das er seit rund acht Jahren vorbereitet. Bereits im Sommer hatte er die Kritik an einer möglichen Kostenexplosion zurückgewiesen. Die vom Rechnungshof genannten Summen enthielten lediglich eine Schwankungsbreite. Tatsächlich bemängeln die Prüfer aber auch, dass wesentliche Kosten für Grundstücke, Beratungen und Ausweichspielstätten nicht vollständig in der Gesamtrechnung ausgewiesen wurden. Zudem halten sie den auf Mai 2033 verschobenen Fertigstellungstermin für ambitioniert.
Besonders brisant ist die ungeklärte Finanzierung. Während die erste Bauphase abgesichert ist, fehlen für die Sanierung des Hauses für Mozart und der Felsenreitschule verbindliche Finanzierungsvereinbarungen. Salzburgs Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP), Vorsitzende des Festspielkuratoriums, hatte im Sommer einen Kostendeckel von rund 400 Millionen Euro für das Gesamtprojekt angekündigt. Damit gerieten die bisherigen Planungen zusätzlich unter politischen Druck.
Auch die berufliche Zukunft von Crepaz ist offen. Sein Vertrag läuft Ende März 2027 aus. Nach Gesprächen mit dem Kuratorium im September kamen Berichte über einen möglichen Rückzug auf. Ob Crepaz sich erneut bewirbt, ist bislang ungeklärt. Die Stelle wurde inzwischen ausgeschrieben. Zu den wichtigsten Aufgaben der künftigen kaufmännischen Direktion gehört ausdrücklich die Steuerung des Festspielumbaus.
Die Salzburger Festspiele weisen den Vorwurf einer drohenden Kostenexplosion zurück. Von 35 Empfehlungen des Rechnungshofes seien bereits 22 umgesetzt worden. Der Bericht wirft dennoch neue Fragen nach der Verantwortung der Festspielleitung und der politischen Aufsicht für das Milliardenrisiko eines der größten österreichischen Kulturbauprojekte auf.
Dieser Text ist in der Recherche auch mit Hilfe von KI entstanden. Aber jeder Text wird bei BackstageClassical vor der Veröffentlichung redaktionell überarbeitet.

