Iván Fischer wird die Konzerte der Berliner Philharmoniker vom 5. bis 7. November nicht dirigieren. Wie das Orchester mitteilte, habe man sich »im gegenseitigen Einvernehmen« darauf verständigt. Grund seien unterschiedliche Vorstellungen über die Orchesteraufstellung bei Gustav Mahlers Fünfter Symphonie.
Die Sitzordnung eines Orchesters hat Einfluss auf den Klang und das Zusammenspiel. So verändert etwa die Gegenüberstellung der ersten und zweiten Violinen die räumliche Wahrnehmung einzelner Stimmen. Auch die Position der tiefen Streicher und der Bläser beeinflusst die Klangbalance. Fischer ist dafür bekannt, mit unterschiedlichen Orchesteraufstellungen zu arbeiten.
Welche konkrete Aufstellung Fischer für die Aufführungen vorgesehen hatte und woran eine Einigung scheiterte, teilten die Philharmoniker nicht mit. Das Orchester ist selbstverwaltet und verfügt über eine ausgeprägte eigene Klangtradition, Fischer dagegen ist bekannt für seine Experimente – auch mit der Orchesteraufstellung. Änderungen der Aufstellung sind im Konzertbetrieb nicht ungewöhnlich. Dass Meinungsverschiedenheiten darüber zur Absage eines Dirigenten führen, kommt eher selten vor.
Die Leitung der Konzerte übernimmt Andrés Orozco-Estrada. Das Programm bleibt unverändert. Der kolumbianische Dirigent gab 2017 sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern.

