Orchestergewerkschaft fordert mehr politischen Willen

Februar 4, 2025
1 min read
Chor und Orchester beim BRSO im Streikmodus (Foto: mit freundlicher Genehmigung von Eric Dietenmeier)

Der UNISONO-Vorsitzende Gerald Mertens zieht eine positive Bilanz und nimmt die Politik in die Verantwortung.

Die deutsche Orchesterlandschaft hat mit 14.988 Veranstaltungen 2023/24 wieder das Vor-Corona-Niveau erreicht. Das Meldet die FAZ mit Berufung auf Gerald Mertens, den Geschäftsführer der Orchestergewerkschaft Unisono. Während die Zahl der Symphoniekonzerte stiege, gingen Kammerkonzerte, Bildungsprogramme und Auslandsgastspiele leicht zurück.

Besonders die Zusammenarbeit mit Schulen müsse nach pandemiebedingten Unterbrechungen neu aufgebaut werden. In Ostasien erholt sich der Markt nur langsam, besonders in China, wo die Qualität heimischer Orchester gestiegen ist. Trotz fehlender Publikumsstatistik deuten Stichproben auf eine stabile Nachfrage hin.

Große Konzerthäuser wie die Elbphilharmonie und die Berliner Staatsoper melden hohe Auslastungen. Finanzielle Probleme nehmen jedoch zu, da Kommunen und Länder nicht ausreichend für Inflationsausgleiche vorsorgen. Besonders Niedersachsen leidet unter Unterfinanzierung. Zudem gibt es einen Investitionsstau bei Konzerthäusern, und privates Sponsoring kann die Lücken nicht schließen. Gerald Mertens, langjähriger Geschäftsführer der Orchestergewerkschaft Unisono, tritt am 31. Mai in den Ruhestand.

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Lieber Jordi Savall,

die Gambe ist ein Teil Ihres Körpers: wie eine Stimme, die aus der Vergangenheit der Musik in unser Heute flüstert. Mit Ihrem Ensemble Hespèrion verschmelzen Sie die Zeit (die Vergangenheit und Gegenwart)

»Wir müssen nach dem Sinn fragen«

Wie gefährdet sind unsere Rundfunkorchester? Wie funktioniert die Konzert-Programmierung in instabiler Weltlage? Wie feiert die Tonhalle Düsseldorf das 100. Jubiläum? Und warum verliert er bei der Deutschen Bahn die Fassung? Ein Podcast mit

Der Unterschätzte

Leipzig feiert dieses Jahr den Komponisten Albert Lortzing. Ein Leben zwischen Biedermeier und Revolution – das passt ziemlich gut in unsere Zeit.

Lieber Hans Zimmer,

ich gestehe, dass mich Ihre Musik meist nicht wirklich berührt. Oft denke ich, dass ich im falschen Film sitze. Mir ist schon klar, das liegt an mir: All die Oscars, Grammys und

Der große Argerich-Zauber

Martha Argerich ist zurück in Luzern. Beim Festival „Le Piano Symphonique“ begeistert die 84-jährige Pianistin mit ungebrochener Virtuosität – gemeinsam mit Weggefährten wie Mischa Maisky, Janine Jansen und Stephen Kovacevich.

Lieber Kai Gniffke,

Sie sind 65 Jahre alt, verdienen 392.530 Euro im Jahr und leiten den SWR. Irgendwann werden Sie in den verdienten Ruhestand gehen und es sich gut gehen lassen. Das ist vollkommen okay,

Mehta bricht mit Netanjahus Israel

Der 90-jährige Maestro erklärt, Musik und Politik nicht trennen zu können, kritisiert Netanjahus Palästinenserpolitik und hofft auf einen politischen Kurswechsel nach den Wahlen in Israel. Der Dirigent Zubin Mehta hat aus Protest

Mannheim streicht Repin

Exklusiv bei BackstageClassical: Nach Einspruch der ukrainischen Botschaft nehmen die Mannheimer Philharmoniker ein Konzert mit Vadim Repin aus dem Programm. Dem Geiger wird Russlandnähe vorgeworfen.

Lieber Yunchan Lim,

Du bist 22 Jahre jung, spielst Klavier mit den größten Orchestern der Welt und sagst: »Ich habe beschlossen, mein Leben nur für die Musik zu leben und alles für die Musik aufzugeben.«