Ja! Nein? Vielleicht – doch nicht…

Februar 5, 2025
1 min read
Die Hamburgische Staatsoper (Foto: Staatsoper)

Macht Hamburgs Opern-Mäzen Klaus-Michael Kühne einen Rückzieher? Die Pläne für ein neues Opernhaus sind erst einmal auf Eis gelegt.

Der Hamburger Milliardär Klaus-Michael Kühne wollte der Stadt 330 Millionen Euro für ein neues Opernhaus in der Hafencity schenken. Doch aus der geplanten Vereinbarung wurde nun erst einmal nichts, berichtet der NDR – der für die Unterschrift vorgesehene Notartermin wurde kurzfristig abgesagt. Dies hat die Debatte um den geplanten Neubau wieder angeheizt.

Kritiker, darunter die Linke-Fraktion in der Bürgerschaft, werfen Kühne vor, die Stadt langfristig in seiner Einflussnahme zu gefährden. Heike Sudmann bezeichnete das Angebot als »vergiftetes Geschenk«. Der Denkmalverein äußert Bedenken, dass der Neubau auf Kosten der alten Staatsoper in eine ungewisse Zukunft führen könnte. Auch der Kolonialismus-Forscher Jürgen Zimmerer kritisiert den Standort am Baakenhöft als problematisch, da dieser Ort eine bedeutende historische Erinnerung an koloniale Verbrechen darstellt.

Der Hamburger Steuerzahlerbund warnt vor den finanziellen Risiken des Projekts. Vorsitzender Sascha Mummenhoff betont, dass Großprojekte in Hamburg oft mit unerwarteten Kostensteigerungen und Verzögerungen verbunden sind.

Laut der Kühne-Stiftung gab es bei der finalen Vertragsfassung noch offene Fragen, die weiterer Klärung bedürfen. Trotz der Verzögerung bekennt sich die Stiftung weiterhin zu dem Projekt. Die Kulturbehörde hält an den Gesprächen fest und möchte sicherstellen, dass alle Interessen in einer soliden vertraglichen Grundlage berücksichtigt werden. Gespräche sollen nach der Bürgerschaftswahl am 2. März fortgesetzt werden.

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Die neue Spießigkeit

Opernhäuser versuchen auf Instagram ein neues Publikum zu erreichen und werben lieber mit Aperol-Spritz als mit Arien. Ein Panoptikum der Peinlichkeiten.

Hinterhäuser meldet sich zurück

Der ehemalige Intendant der Salzburger Festspiele wird im Juli gemeinsam mit Matthias Goerne ein neues Schumann-Album vorstellen – ob es zu einem Konzert in Salzburg kommt, scheint ungewiss.

Liebe Annette Josef,

Der MDR schaltet seinen Klassik-Sender ab und verkauft das ganze als Gewinn. Das ist mehr als ein gefährliches Spiel.

Videoanalyse im Fall Gardiner 

John Eliot Gardiner wird kritisiert, weil er einer Mitarbeiterin beim Bachfest ein Geschenk in das Hemd stecken wollte. Wir schauen uns das Video noch einmal genau an.

Radikale Krise? Radikale Hoffnung! 

Der BackstageClassical-Newsletter: Heute mit deprimierenden Zahlen und allerhand Hoffnung. Kultur und Klassik sind keine Selbstläufer – wir müssen sie behaupten: Von Paris über Berlin bis nach Ingolstadt. 

»Die Zukunft der Oper liegt in Warschau«

Klare Worte und große Ambitionen: Yoel Gamzou tritt sein Amt als Generalmusikdirektor der Polnischen Nationaloper an. Gemeinsam mit Intendant Boris Kudlička will er das Haus grundlegend erneuern – mit mehr Gegenwartsbezug und

Lieber Moritz Döbler,

ich kenne Dich ja noch aus Bremen, als Chefredakteur des Weser-Kurier. Kultur hat Dich schon damals herzlich wenig interessiert. Zahlen, Geld und Selbstdarstellung – das waren eher Deine Themenfelder.  Als Chefredakteur der Rheinischen

Friedman doch in Bayreuth

Nach Kritik an der Absage eines Gedenkkonzerts hat Festspielleiterin Katharina Wagner den Publizisten Michel Friedman um Entschuldigung gebeten – er wird nun doch bei den Festspielen reden.