Gniffke verteidigt Einsparungen bei der Deutschen Radio Philharmonie

Januar 18, 2026
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Kai Gniffke (Foto: SWR, Cichowicz)

Die Lage der öffentlich-rechtlichen Sender sei brenzlich, also müsse auch an der Musik gespart werden, sagt SWR-Intendant Kai Gniffke. Ein Opfer: Die Deutsche Radio Philharmonie (DRP).

English summary: SWR director Kai Gniffke defends planned budget cuts affecting the German Radio Philharmonic, saying public broadcasters face serious financial strain from static fees and rising costs. He insists cuts are necessary to secure SWR’s stability and keep the orchestra sustainable, even if it means restructuring, finding new funding or downsizing, while still maintaining DRP as a core offering.

SWR-Intendant Kai Gniffke hat die geplanten Sparmaßnahmen bei der Deutschen Radio Philharmonie (DRP) als schmerzhafte, aber unvermeidliche Folge der finanziellen Lage des öffentlich-rechtlichen Rundfunks verteidigt. Das Orchester stehe wie der gesamte Senderverbund unter dem Druck stagnierender oder nicht ausreichend steigender Beitragseinnahmen bei gleichzeitig wachsenden Kosten, sagte Gniffke ausgerechnet in einem Beitrag seines eigenen Senders, des Südwestrundfunks. Ziel sei es, die wirtschaftliche Stabilität des SWR zu sichern und trotzdem die Zukunftsfähigkeit des Klangkörpers zu erhalten.

Gniffke betonte, die DRP sollte trotz Einschnitten Teil des Kernangebots von SWR und Saarländischem Rundfunk bleiben und nicht infrage stehen. Doch das ginge nur mit erheblichen Einsparungen. Gniffke sieht vor, dass das Orchester finanziell neu und tragfähig aufgestellt wird. Einsparungen müssten sich auf Strukturen, Projekte und Inhalte erstrecken, weil sich ein Großteil der Kosten im Personal- und Produktionsbereich konzentriere. Idealerweise will Gniffke auch andere Geldgeber wie den Staat oder private Firmen in die Pflicht nehmen: »Wir suchen nach neuen Finanzierungsquellen und sind notfalls bereit, das Orchester zu verkleinern.« Das dürfte bei der aktuellen Wirtschaftslage nicht ganz leicht sein.

Deutsche Radiophilharmonie (Foto: Semmelroggen)

Mit Blick auf die breite Protestwelle gegen die Pläne verwies Gniffke darauf, dass der Sender den öffentlichen Auftrag für die ganze Region im Blick behalten müsse. Die Verantwortung des Managements bestehe darin, ein»Gesamtkonstrukt« zu sichern, das sowohl hochwertige Kulturangebote als auch Information, Bildung und digitale Formate langfristig garantiere. Gerade um den Fortbestand der DRP zu sichern, müsse das Orchester einen eigenen Beitrag zum Sparkurs leisten, so der Intendant.

So ähnlich hatte der SWR schon einmal argumentiert, als es damals ging, die Orchester aus Freiburg/Baden-Baden und Stuttgart zu fusionieren. Am deren Ende stand das neue SWR Symphonieorchester mit Teodor Currentzis an der Spitze, den Gniffke gegen alle Kritik ebenso verteidigte wie den neuen Chefdirigenten des Orchesters, François-Xavier Roth.

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