Eggert kritisiert GEMA

Februar 18, 2025
1 min read
Der Komponist Moritz Eggert (Foto: Ackermann)

Intransparent, fehlerhafte Präsentationen und verschlossen: Der Vorsitzende des Komponistenverbandes will die GEMA Reform verschieben

English summary: Composer Moritz Eggert strongly criticizes the planned GEMA reform. He calls the information policy unprofessional and opaque, claiming that important stakeholders were excluded and that the reform focuses on distractions rather than resolving structural issues. Eggert demands an open discussion, fairer treatment for all music genres, and better live concert billing to strengthen the music scene. He urges GEMA to avoid backdoor politics and insists that a genuine reform can only succeed with fairness, respect, and solidarity.

Der Komponist Moritz Eggert äußert deutliche Kritik an der geplanten GEMA-Reform. In einer persönlichen Stellungnahme bemängelt er unter dem Titel »Reformiert, was Euch kaputtreformiert!« die Informationspolitik der GEMA als unprofessionell und intransparent. Präsentationen seien fehlerhaft, kritische Fragen würden unzureichend beantwortet oder gar unterdrückt. Die geplante Satzungsänderung sei die weitreichendste in der Geschichte der Verwertungsgesellschaft, doch die tatsächlichen Konsequenzen blieben unklar.

Eggert kritisiert zudem, dass wichtige Interessengruppen im Vorfeld nicht eingebunden wurden, was Akzeptanz verhindert habe. Die Reform diene nicht primär der Fairness, sondern kaschiere die Abschaffung des 10-Prozent-Abzugs für soziokulturelle Zwecke. Dies würde allen Musikschaffenden schaden.

Statt strukturelle Probleme zu lösen, verfolge die GEMA mit der Reform eine Strategie, die vom Wesentlichen ablenke. Eggert plädiert für eine Reform, die alle Genres einbindet und die Abrechnung von Live-Konzerten begünstigt, um die Musikszene zu stärken. Er fordert eine offene Diskussion ohne Hinterzimmerpolitik. Der Deutsche Komponistenverband (DKV) sei der GEMA zwar wohlgesinnt, müsse aber unabhängig bleiben. Eine echte Reform könne nur in Fairness, Respekt und Solidarität gelingen.

Vergleichen Sie auch den Essay der Komponistin Iris ter Schiphorst auf BackstageClassical.com

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Das Reich der kulturellen Mitte

China profitiert vom Chaos der Welt. Auch kulturell. In Peking gastieren sowohl Valery Gergiev und sein Mariinksy Orchester als auch die Berliner Philharmoniker mit Kirill Petrenko.  

Liebe deutsche Schule,

früher hätte man vielleicht gesagt: »Du bist derzeit von einer curricularen Simplifizierung und inhaltlicher Entkernung geprägt, bei der nachhaltige Erkenntnisprozesse zugunsten kurzfristiger Kompetenzsimulation substituiert werden.« Aber wenn man so wäre wie Du,

Donald, Yannick, Lorenzo und Bert

Heute geht es im Newsletter um einen Ausblick auf das, was im neuen Jahr wichtig wird, ein Plädoyer für mehr Tiefe und um neue Klassik-Protagonisten.

Venezuela, Grönland, Kennedy-Center

Donald Trump entführt den Präsidenten von Venezuela und überlegt, Grönland zu annektieren. Das Kennedy Center in Washington hat er schon lange in seine Propagandamaschine integriert. Die kleine Geschichte einer großen Übernahme. 

Wie Konrad und Louis sich zum Bert machen

Konrad und Louis sollen die ARD-Klassik aufmischten und sorgen für Fremdscham. Dabei macht Opera Bert vor, dass Klassik so bedeutsam sein kann wie das Lackieren von Fingernägeln.

Er machte die Metropolitan Opera stark

Der Werber Bruce Crawford, einst Chef der Metropolitan Opera und später Vorsitzender des Lincoln Center, prägte New Yorks Opern- und Musikwelt über Jahrzehnte. Er starb mit 96 Jahren in Manhattan.

Verpassen Sie nicht ...