»Die Festspiele werden nicht in der Salzach versinken«

März 12, 2026
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Die Salzburger Festspiele (Foto: Salzburg Tourismus)

Am 20. März berät das Kuratorium der Salzburger Festspiele erneut über die Zukunft von Intendant Markus Hinterhäuser. Die Redakteurin der Salzburger Nachrichten, Hedwig Kainberger, ordnet den Streit im Podcast von BackstageClassical.

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Die Feuilletonredakteurin der Salzburger Nachrichten, Hedwig Kainberger, sieht die Salzburger Festspiele in einer tiefgreifenden Führungskrise. Im Podcast von BackstageClassical spricht sie von einem »massiven, drastischen und tiefgehenden Streit« zwischen Intendant Markus Hinterhäuser und dem Kuratorium. Der Konflikt markiere einen »tiefen Vertrauensbruch« im Innersten des Festivals.

Auslöser sei nicht eine einzelne Personalentscheidung, sondern eine grundsätzliche Zerrüttung der Arbeitsbasis. Die Nominierung der früheren Burgtheaterdirektorin Karin Bergmann zur Schauspielleiterin sei lediglich »der letzte Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat«. Das Kuratorium werfe Hinterhäuser mangelnde Verständigung und fehlende Loyalität vor.

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Kainberger zufolge entwickelt sich der Streit inzwischen auch zu einer juristischen Auseinandersetzung. Im Zentrum steht eine Vertragsklausel, die für die geplante dritte Amtszeit des Intendanten ab 2026 ein »Wohlverhalten« gegenüber dem Präsidium und Dritten fordert. »Das Kuratorium sagt, der Intendant erfüllt nicht die Bedingung des Wohlverhaltens«, erklärt sie. Hinterhäuser trage als Arbeitgeber Verantwortung für mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und habe zugleich eine Loyalitätspflicht gegenüber dem Eigentümer der Festspiele.

Kritisch bewertet Kainberger zudem das Verhalten beider Seiten in der Kommunikation. »Weder das Kuratorium noch der Intendant sind sehr offen in der Kommunikation«, sagt sie. Viele Vorwürfe beruhten auf Gerüchten, eine unabhängige Klärung sei erschwert, da Hinterhäuser seit Wochen schweigt und das Kuratorium keine Details nennt, um »keine Schmutzwäsche zu waschen«.

Für die entscheidende Sitzung des Kuratoriums am 20. März erwartet Kainberger keine Wende. Sie spricht sich für einen klaren Schnitt aus: »Ich glaube, dass die beiden sich zu beider Seite Schmerzlinderung am 21. März trennen sollten.« 

Trotz der aktuellen Spannungen zeigt sich Kainberger optimistisch, dass die Institution selbst nicht gefährdet ist: »Am 21. März werden nicht die Salzburger Festspiele in der Salzach versinken«, sagt sie.

Axel Brüggemann

Axel Brüggemann arbeitet als Autor, Regisseur und Moderator. Er war als Kulturredakteur und Textchef bei der Welt am Sonntag tätig und schrieb danach für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Heute veröffentlicht er u.a. im Tagesspiegel, im Freitag, der Jüdischen Allgemeinen oder in der Luzerner Zeitung. Er arbeitet für Radiosender wie den Deutschlandfunk, den WDR oder den HR. Seine Fernsehsendungen und Dokumentationen (für ARD, ZDF, arte oder SKY) wurden für den Grimmepreis nominiert und mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Brüggemann schrieb zahlreiche Bücher u.a. für Bärenreiter, Rowohlt, Beltz & Gelberg oder FAZ Buch.

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