Chan Francisco

Mai 21, 2026
1 min read
Elim Chan (Foto: San Francisco Symphony)

Elim Chan wird ab September 2027 neue Musikdirektorin des San Francisco Symphony. Die Dirigentin ist bereits designiert und steht Anfang Juni erstmals in neuer Funktion am Pult.

English summary: Elim Chan will become Music Director of the San Francisco Symphony starting in September 2027. Already Music Director Designate, she conducts the orchestra in June. The Hong Kong-born conductor is regarded as one of the most sought-after artists of her generation.

BackstageClassical-Leser wissen mehr: Bereits vor zwei Wochen haben wir im Newsletter (hier kostenlos abonnieren) berichtet, dass Elim Chan neue Musikdirektorin des San Francisco Symphony wird. Nun hat das Orchester mitgeteilt, dass die 38-Jährige ihr Amt offiziell im September 2027 antritt. Bereits ab sofort fungiert sie als »Music Director Designate«.

Chan wird damit zur 13. Musikdirektorin in der 115-jährigen Geschichte des Orchesters und übernimmt den Posten zunächst für sechs Jahre. Die in Hongkong geborene Dirigentin zählt zu den gefragtesten Künstlerinnen ihrer Generation.

In ihrer neuen Funktion steht Chan bereits am 5. und 6. Juni am Pult des Orchesters. Auf dem Programm stehen Wagners Vorspiel und Liebestod aus Tristan und Isolde, Berlioz’ Les Nuits d’été mit der Mezzosopranistin Sasha Cooke sowie Debussys La Mer.

San Franciscos Orchesterchef Matthew Spivey bezeichnete Chan als „Musikerin von außergewöhnlicher Begabung“ mit ausgeprägtem Gespür für Klang, Struktur und zeitgenössisches Repertoire. Chan selbst erklärte, sie fühle sich geehrt, eines der »wirklich großen Orchester der Welt« zu übernehmen, und lobte die »Großzügigkeit« und den Entdeckergeist des Klangkörpers.

Chan war von 2019 bis 2024 Chefdirigentin des Antwerp Symphony Orchestra und arbeitete zudem als Erste Gastdirigentin des Royal Scottish National Orchestra. In den Spielzeiten 2026/27 und 2027/28 ist sie zudem als Artistic Partner der Wiener Symphoniker tätig.

Ihr Debüt beim San Francisco Symphony gab Chan in der Saison 2022/23. Weitere Engagements und Kritikerlob festigten seither ihre Verbindung zum Orchester.

Axel Brüggemann

Axel Brüggemann arbeitet als Autor, Regisseur und Moderator. Er war als Kulturredakteur und Textchef bei der Welt am Sonntag tätig und schrieb danach für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Heute veröffentlicht er u.a. im Tagesspiegel, im Freitag, der Jüdischen Allgemeinen oder in der Luzerner Zeitung. Er arbeitet für Radiosender wie den Deutschlandfunk, den WDR oder den HR. Seine Fernsehsendungen und Dokumentationen (für ARD, ZDF, arte oder SKY) wurden für den Grimmepreis nominiert und mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Brüggemann schrieb zahlreiche Bücher u.a. für Bärenreiter, Rowohlt, Beltz & Gelberg oder FAZ Buch.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Was wollen Sie eigentlich, Milo Rau?

Milo Rau hat den Festwochen das Label Freie Republik Wien verpasst. Darüber debattiert Festival-Leiter Milo Rau im Podcast mit Falter-Kulturchef Matthias Dusini und Axel Brüggemann – Moderator ist Raimund Löw.

Liebes Utopia-Orchester,

Das Utopia Orchester hat ein neues Video auf Instagram veröffentlicht – Currentzis wirkt hier ein wenig wie der alte Karajan.

Gewandhaus-Radio im Fokus der Medienaufsicht

Die Sächsische Landesmedienanstalt prüft das Gewandhaus-Radio: Ist der Sender unabhängiges Klassikangebot oder PR-Instrument eines städtischen Orchesters? Die Vorwürfe wiegen schwer – und könnten grundsätzliche Fragen der Rundfunkordnung berühren.

Lieber Evgeny Kissin,

Evgeny Kissin durfte in Chicago keine Zugaben mehr spielen - die Halle war unter Zeitdruck. Darüber beschwert er sich auf Instagram – zu Recht.

Gut abgehangener Skandal

Im dritten und letzten Teil unseres Saisonchecks schauen wir nach Hannover,  Stuttgart, Nürnberg, Wien und Berlin.

Intendanten und Dirigenten: Wer bestimmt wen?  

Newsletter: während Dirigenten mangelndes Gespür für die Musik in den Intendanzen bemängeln, kritisieren nun einige Intendanten das zunehmend mangelnde Engagement ihrer musikalischen Leiter. Und das ist nur eine Debatte dieser Woche! 

Gelb klebt am Sessel

Metropolitan-Opernchef Peter Gelb will nun doch nicht über einen baldigen Rückzug nachdenken. Er kann sich ein Leben ohne Arbeit nicht vorstellen.

Felicity Lott ist tot

Die britische Sopranistin starb im Alter von 79 Jahren. Mit ihr verliert die Opernwelt eine der prägenden lyrischen Stimmen ihrer Generation.

»Das Theater ist keine REWE-Filiale«

Neil Barry Moss wird neuer Generalintendant in Münster. Ein Gespräch über die Rolle von Stadttheatern, die Inszenierung von »Brünnhilde brennt«, über Punkbands – und über Tattoos.

Verpassen Sie nicht ...