Die vom La Fenice gefeuerte Dirigentin wirft nun ihrerseits der italienischen Kulturpolitik vor, sie nicht genügend unterstützt zu haben.
Nach ihrer Entlassung am Teatro La Fenice hat die Dirigentin Beatrice Venezi schwere Vorwürfe erhoben. In einem Interview mit dem Corriere della Sera sprach sie davon, zur »Kanonenfutter« gemacht worden zu sein und beklagte mangelnde Unterstützung aus der Politik.
Venezi wies zudem Vorwürfe zurück, sie habe Nepotismus kritisiert. Stattdessen beklagte sie eine monatelange Kampagne gegen ihre Person, die vom Orchester geführt und von Intendant Nicola Colabianchi geduldet worden sei. Dabei seien Kompetenz und Karriere öffentlich infrage gestellt worden.
Das Opernhaus hatte Venezi nach einem Interview mit der argentinischen Zeitung La Nación entlassen, das nach Angaben der Leitung als beleidigend gewertet wurde. Bereits ihre Ernennung zur Musikdirektorin hatte wegen ihrer Nähe zur Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und mangelnder Erfahrung für Proteste gesorgt; mehrere Verwaltungsratsmitglieder traten zurück.
