Von Berg hat Wiesbaden verlassen

April 3, 2025
1 min read
Holger von Berg (Foto: Bayreuther Festspiele)

Ende der Chaos-Zeit: Nach Intendant Uwe Eric Laufenberg hat nun auch Holger von Berg das Staatstheater Wiesbaden verlassen.

WIESBADEN – Holger von Berg hat das Hessische Staatstheater Wiesbaden verlassen. Seine Tätigkeit als Geschäftsführender Direktor endete am 31. März, wie das hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst bestätigte. Von Berg, seit 2021 im Amt, war zuvor Geschäftsführer der Bayreuther Festspiele. Seine Zeit in Wiesbaden war von einem langwierigen Konflikt mit dem früheren Intendanten Uwe Eric Laufenberg geprägt, der Anfang 2024 das Theater verließ. Der Streit drehte sich vor allem um die finanzielle Ausstattung des Hauses und führte zu tiefen Gräben in der Leitung.

Eine KPMG-Analyse vom Juni 2024 attestierte dem Theater erhebliche Managementprobleme, darunter eine „dysfunktionale Gesamtsteuerung“, berichtet der Wiesbadener Kurier. Die Leitung des Hauses ist zweigeteilt in Geschäftsführung und Intendanz. Derzeit übernehmen Vertreter die Aufgaben der Geschäftsführenden Direktion, eine Nachfolge wurde noch nicht benannt. Zur finanziellen Lage gibt es keine neuen Angaben, für 2023/2024 war ein Defizit von 900.000 Euro im Gespräch.

Seit der neuen Spielzeit haben Dorothea Hartmann und Beate Heine gemeinsam die Intendanz übernommen. Sie stehen vor großen Herausforderungen, darunter ein Neuanfang in der Führung. Wichtige Veranstaltungen der kommenden Monate sind die Internationalen Maifestspiele und die Biennale im September.

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Liebe Künstlerinnen und Künstler,

dieses Mal war es das Berliner Boulevard-Blatt BZ, das die Kosten-Rechnung aufgemacht hat: Während man in der Hauptstadt durchschnittlich 62,20 Euro für ein Opernticket hinblättert, zahlt der Staat für jedes verkaufte Ticket noch mal 251,60

Mickischs Leitmotiv-Erbe in Buchform

Bei seinem ersten Bayreuth-Besuch traf Stephan Knies den Wagner-Experten Stefan Mickisch. Aus seiner Leidenschaft für Wagners Leitmotive entstand nun ein Buchprojekt, das seine einzigartige Analyse des »Rings« fortführt und erstmals in Buchform

Theater Chemnitz wehrt sich gegen Sparmaßnahmen

Die Theaterleitung der Städtischen Theater Chemnitz warnt vor massiven Einschnitten für das künstlerische Angebot, sollte der Vorschlag umgesetzt werden, alle Sparten künftig nur noch im Opernhaus zu bündeln und das Schauspielhaus aufzugeben.

Opernhäuser beraten Umbauten

Die führenden Opernhäuser im deutschsprachigen Raum trafen sich in München, um enger bei teuren Sanierungen und Interimsspielstätten zusammenzuarbeiten und ihre künstlerische Kontinuität zu sichern.

Graben im Klang des Schicksals

In der Komischen Oper Berlin treffen MOOR MOTHERs radikale Klangkunst und Tschaikowskis fünfte Symphonie aufeinander. Ein Abend über kollektive Erinnerung, Befreiung und die tiefen Resonanzen von Trauma und Triumph in Musik.

Anna Handler geht nach Los Angeles

Die deutsch-kolumbianische Dirigentin und Pianistin Anna Handler wird ab der Saison 2026/27 »Conductor-in-Residence« beim Los Angeles Philharmonic.

Probier doch mal was Neues!

Jeder will eine Stradivari. Wirklich jeder? Es gibt großartige Instrumente, die heute gebaut werden. Im BackstageClassical-Podcast erklärt Geigenbauerin Julia Pasch, warum ein neues Instrument durchaus Vorteile für Solisten aber auch für Orchester

Lieber Teodor Currentzis,

ich habe mich lange genug an Ihnen abgearbeitet. Besonders, als Sie noch SWR-Kohle von unseren öffentlich-rechtlichen Rundfunkgebühren kassiert haben und Ihr russisches Ensemble gleichzeitig Rubel von Gazprom und der VTB-Bank abgegriffen hat. 

Liebe Oper,

Du hast es auch nicht immer leicht. Was für schöne Namen haben wir Dir schon gegeben! Du warst unser »Kraftwerk der Gefühle« (Alexander Kluge),  »Debattenort unserer Städte« oder – ganz früher –

Verpassen Sie nicht ...