Trump gefährdet Ticketverkauf

November 1, 2025
1 min read
Donald und Melania Trump im Kennedy Center (Foto: White House)

Seit der Übernahme durch Donald Trump brechen die Ticket-Verkäufe im Kennedy-Center dramatisch ein.

English summary: Ticket sales at Washington’s Kennedy Center have plummeted under Trump’s leadership, with nearly half of seats unsold and major donors withdrawing support due to controversial programming changes.

Washington (BC) – Das Kennedy Center für die darstellenden Künste in Washington erlebt unter der Leitung von Präsident Donald Trump einen historischen Einbruch bei den Besucherzahlen. Eine Analyse der Washington Post ergab, dass zwischen Anfang September und Mitte Oktober etwa 43 Prozent der Tickets unverkauft blieben – ein drastischer Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, als lediglich sieben Prozent der Plätze frei blieben. Insgesamt wurden von rund 143.000 verfügbaren Sitzplätzen in diesem Zeitraum über 50.000 nicht verkauft.

Zurückgeführt wird der Publikumsrückgang auf mehrere Faktoren: Neben allgemein rückläufiger Nachfrage im Kultursektor werden insbesondere die neuen programmatischen Ausrichtungen unter Trump und seinem Geschäftsführer Richard Grenell genannt, die zu Boykotten und zahlreichen Absagen von Künstlern geführt haben. Die vermehrte Streichung von als »woke« oder LGBTQ-nah geltenden Produktionen sowie der Ausbau von kostenlosem christlichen Programm erreichen weniger Publikum. Die Verkäufe halben sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu halbiert, prominente Förderer und Spenden bleiben zunehmend aus.

Mit dem strukturellen Umbruch und der Abkehr von etablierten Programmlinien steht das Kennedy Center so schlecht da wie seit den Pandemie-Jahren nicht mehr. Die Führung des Hauses betont zwar, man fokussiere sich stärker auf zugkräftige Veranstaltungen, doch Branchenkenner sprechen von einem massiven Ansehensverlust im amerikanischen Kulturleben.

BackstageClassical

BackstageClassical bringt Ihnen Debatten und Nachrichten aus der klassischen Musik. Die Seite ist kostenfrei. Bestellen Sie unseren Newsletter oder unterstützen Sie unseren unabhängigen Musikjournalismus durch Ihre Spende.

Fördern

Artikel auf BackstageClassical sind kostenlos. Wir freuen uns, wenn Sie unabhängigen Klassik-Journalismus fördern.

Mehr aktuelle Artikel

Der große Naxos-Poker

Bei Naxos gibt es Streit zwischen den Eigentümern. Gründer Klaus Heymann hat einst die Mehrheit verkauft und später auch die operative Kontrolle verloren. Nun fordert er Darlehen zurück – und betreibt ausgerechnet

Liebe Caruso-Leute,

Caruso war ein genialer Werbeträger. Und ist es offenbar noch heute. Zwei große Feuilletons lutschen begeistert am neuen Caruso-Bonbon – und liefern dem Hersteller nebenbei die schönste Werbung.

Das Geschäft mit der Hoffnung junger Stimmen

1.099 Euro für Kontakte zur Opernwelt: Das Vienna Opera Lab verkauft jungen Sängerinnen und Sängern den Zugang zu einem begehrten Netzwerk. Nach Anfragen von BackstageClassical ziehen nun erste prominente Teilnehmer Konsequenzen –

Im Weltall wird es eng

Karlheinz Stockhausens Mittwoch aus Licht gerät an der Deutschen Oper Berlin zu einer kosmischen Messe. Musikalisch präzise und von hoher Qualität, verliert sich Susanne Kennedys Inszenierung zwischen klugen Impulsen, Überladung und Inhaltslosigkeit.

Marathonlaufen und Konzert spielen

Laufen und musizieren: Die Wiener Symphoniker und der Vienna City Marathon veranstalten 2027 erneut ihr »Konzert zum Marathon«. Läuferinnen und Läufer können sich ab sofort um einen Platz im Orchester bewerben.

Aus dem Archiv ins Leben

Vergessen, verschollen, nie aufgeführt: Die Ruhrtriennale holt mit Charles Tournemire und Roman Padlewski zwei fast ausgelöschte Komponisten zurück ins Licht – und macht daraus einen der musikalisch stärksten Abende des Festivals.

Verpassen Sie nicht ...